Die UNESCO und der erste „International Day of Light“

Nachdem bereits das Jahr 2015 als „International Year of Light“ gefeiert wurde, hat die UNESCO nun den „International Day of Light” ausgerufen, der am heutigen 16. Mai erstmals begangen wird. Weltweit finden in den nächsten Tagen viele Veranstaltungen rund um das Thema Licht statt. Wir stellen Ihnen die Highlights aus Deutschland vor.

Nur ein Beispiel dafür, wie Licht im öffentlichen Raum aussieht.

Licht ist lebenswichtig. Ohne Licht wäre ein Leben ebenso wenig möglich wie ohne Sauerstoff oder Wasser. Doch wir brauchen Licht auch fernab dieses existentiellen Hintergrunds. Zu groß ist die Rolle des Lichts in Wissenschaft, Kultur, Kunst und Erziehung. Nicht zu vergessen, dass es ohne Licht in den Bereichen Energie und Medizin kaum bahnbrechende Fortschritte gäbe. Kein Wunder also, dass die UNESCO nun nach dem Internationalen Jahr des Lichts 2015 den „International Day of Light“ für den 16. Mai ausgerufen hat.

UNESCO begeht „International Day of Light“

Ein Laser ist der Grund, warum genau am 16. Mai das Licht gefeiert wird.

Der Tag ist übrigens mehr als passend gewählt. Denn am 16. Mai 1960 stellte der amerikanische Physiker Theodore Mainam den ersten Laser der Welt fertig, der als Rubinlaser in die Geschichtsbücher einging. Der UNESCO ist es aber wichtig, nicht nur die Leistungen des Lichts im Bereich der Forschung und Wissenschaft zu würdigen, sondern auch auf dessen Bedeutung im kulturellen und künstlerischen Bereich hinzuweisen. Deswegen finden im Rahmen des „International Day of Light“ tausende von unterschiedlichen Veranstaltungen in über 70 Ländern statt. Außerdem wird es heute im Pariser Hauptquartier der UNESCO einen feierlichen Akt zum Internationalen Tag des Lichts geben, der die Leistungen von zahlreichen Nobelpreisträgern, Wissenschaftlern, Künstlern, Architekten und Wirtschaftsriesen in diesem Bereich in den Fokus stellt.

Licht und Wissenschaft

Auch das Thema Lichtverschmutzung gehört zum „International Day of Light“.

Auch in Deutschland finden am 16. Mai und in den nächsten Tagen und Wochen viele unterschiedliche Veranstaltungen statt. So wird etwa Dr. Annette Krop-Bensch, die zu den führenden Expertinnen zum Thema Lichtverschmutzung gehört, einen Vortrag mit dem Titel „Verlust der Nacht – wenn es nachts nicht mehr dunkel wird“ an der Heinrich-Mann-Schule in Dietzenbach halten. Das Elektronikmuseum Tettnang wiederum lädt zu einer Sondervorführung mit Licht und Laser ein. Am 24. und 25. Mai findet an der Technischen Universität Berlin zudem ein Workshop statt, in dem es um neue Beleuchtungsmöglichkeiten für Straßen geht.

Licht und Kunst

Vorbereitungen für das Projekt „In Between Lights“. Foto: Lia Sáile

Natürlich kommt aber hierzulande auch der künstlerische Aspekt von Licht nicht zu kurz. Auf der Burg Frankenstein etwa werden vom 16. bis zum 27. Mai Lichtmalerei-Fotos in einer Ausstellung präsentiert. Einen behutsam-subtilen Eingriff in den öffentlichen Raum begeht indes am Tag des Lichts die Künstlerin Lia Sáile mit ihrem Projekt „In Between Lights“, für das sie zwei Straßenlaternen der beiden Partnerstädte Köln und Tunis miteinander vertauscht. Ihre Intention dabei: zwei füreinander unsichtbare Räume so miteinander zu verknüpfen. Wobei der neue Beleuchtungskörper unter den jeweils lokalen Laternen mit seiner Andersartigkeit aber zugleich ein Spannungsfeld erzeugen soll.

„International Day of Light“ in Unna

In Unna ist derzeit „Mijn Berg“
von Diana Ramaerkers zu sehen.
Foto: Frank Vinken

Gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt das Zentrum für Internationale Lichtkunst in Unna, deren Ausstellungen per se tief mit dem Thema Licht verwurzelt und damit als Kunst-Highlight für den „International Day of Light“ geradezu prädestiniert sind. Dort ist seit dem 6. Mai mit „Down here – Up there“ eine neue Ausstellung zum Bereich Kunst und Kohle zu sehen. Das Thema kommt nicht von ungefähr, denn anlässlich des Kohleausstiegs zeigen Museen in 13 Ruhr-Städten zeitgleich unterschiedliche künstlerische Positionen zu dem Sachverhalt. Das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna konzentriert sich dabei gemeinsam mit den drei Künstlerinnen Diana Ramaekers, Nicola Schrudde und Dorette Sturm auf die Beleuchtung im Bergbau – inklusive dem Mangel an Licht, der in den Stollen herrscht. Schlichte Neoröhren in einer Installation spielen dabei ebenso eine Rolle wie Videoloops und das farbige Leuchten einer Wolke. Die Ausstellung läuft noch bis zum 16. September.

Obwohl der „International Day of Light“ am heutigen 16. Mai zum ersten Mal stattfindet, nehmen bereits überraschend viele Institutionen, Vereine, Wissenschaftler, Künstler und Firmen an dem Event mit eigenen Veranstaltungen teil. Damit dürfte es für diesen UNESCO-Tag nicht schwierig sein, sich dauerhaft zu etablieren. Und vor allem zeigt er jetzt schon, wie vielfältig der Umgang mit Licht sein kann. Eine komplette Veranstaltungsübersicht finden Sie auf der Website des „International Day of Light“.