Beleuchtung im Dachgeschoss: Gutes Licht trotz schräger Decke

Manchmal ist das größte Hindernis bei der Wohnraumbeleuchtung die Architektur. Relativ häufig anzutreffen sind Dachschrägen. Unser Lichtexperte verrät, wie dennoch ein gutes Lichtkonzept gelingt.

Doppelt schwierig: Die Decken dieses Ferienhauses sind nicht nur hoch, sondern auch schräg. Unsere Lichtplaner haben dies mit großen, einzeln abgependelten Leuchten gelöst. (Foto: Prediger Lichtberater)

Dachschrägen und Giebel können eine Herausforderung für ein Lichtkonzept sein. Die schräge Decke kann die Flexibilität in Sachen Beleuchtung einschränken. Das gilt insbesondere für Pendelleuchten: Nicht jede ist dafür geeignet, an eine Dachschräge montiert zu werden. Lukas Pfannenstiel-Odisheli, Lichtberater in Hamburger Showroom, kennt diese Herausforderung aus Gesprächen mit Kunden: „Wenn der Baldachin schräg hängt und durch Farbe oder Größe auffällig ist, fällt die klassische Pendelleuchte unter Umständen aus.“

Wählen Sie die passenden Pendelleuchten

Gerade beim Esstisch oder beim Couchtisch im Wohnzimmer drängt sich eine Beleuchtung mit direkt strahlenden Pendelleuchten auf: Der Lichtkegel erzeugt unter der Lampe eine Lichtinsel, die für Lagerfeueratmosphäre sorgt. Das gilt erst recht, wenn der Rest des Raumes eher dunkel bleibt – je weniger Streulicht die Leuchte produziert, desto ausgeprägter der Effekt. Darauf aus architektonischen Gründen verzichten zu müssen wäre mehr als schade. „Besonders höhenverstellbare Pendelleuchten können allerdings schwierig sein, wenn die einzelnen Aufhängungen nicht gleich lang sind“, weiß Lukas Pfannenstiel-Odisheli. In der Konsequenz kann das heißen: Entweder orientiert sich die Möblierung an der Decke und ihrer Steigung, oder Sie überdenken die Wahl Ihrer Leuchten. „ Einzelpendel beziehungsweise Pendelleuchten mit einem einzelnen Kabel als Aufhängung sind in der Regel kein Problem“, so der Lichtberater. Zusätzlicher gestalterischer Vorteil: Mit unterschiedlich langen Aufhängungen können Sie optisch die Dachschräge ausgleichen und die Leuchten trotz variierender Deckenhöhe auf der gleichen Höhe abpendeln.

Nachhelfen mit baulichen Tricks

Wenn Sie sich bei Ihren Leuchten- oder Möblierungsentscheidungen partout nicht von der Architektur reinreden lassen wollen, können Sie zu baulichen Tricks und Kniffen greifen. Die radikalste Methode wäre es, die Dachschräge mit einem Aufbau auszugleichen. Zwar verschwindet dann an diese Stelle die schiefe Ebene, dafür haben Sie eventuell eine auffällige Konstruktion unter der Decke.

Voluminös: Dank Stromschiene und Seilzügen füllen diese Pendelleuchten den Dachgiebel in seiner ganzen Breite aus. (Foto: Prediger Lichtberater)

Weniger auffällig und bei Einzelpendeln eventuell nötig sind Seilzüge oder ähnliche Konstruktionen. Salopp gesagt pendeln Sie die Leuchte nicht unter dem Baldachin ab, sondern ein wenig – oder ein wenig mehr – daneben. Gerade, wenn der Auslass nicht direkt über dem Tisch ist oder aus baulichen Gründen sein kann, ist diese „Umlenkung“ mehr als ein guter Kompromiss.

Besonders praktisch, auch bei Dachschrägen, sind Schienensysteme. Diese können sowohl als Aufhängung als auch als Stromversorgung für einzelne Pendelleuchten dienen. Auch wenn es nur einen Auslass gibt, lassen sich so mehrere Einzelpendel gemeinsam schalten, ohne dass zu aufwändige bauliche Veränderungen nötig sind.

Es muss nicht immer die Pendelleuchte sein: Strahler und Standleuchten als Alternative

So beliebt Pendelleuchten insbesondere bei der Beleuchtung von Tischen auch sind: Es gibt Alternativen. Deckenstrahler im Allgemeinen, ausrichtbare Deckenstrahler im Besonderen sind eine solche Alternative. Paradebeispiel: der Deckenstrahler p.011 von prediger.base . „Der drehbare und schwenkbare Leuchtenkopf gleicht die Neigung der Decke aus“, erläutert der Lichtberater. Gleichzeitig bleiben Sie flexibel: Sie können den Bereich direkt unter dem Strahler beleuchten, Sie müssen es aber nicht – bei Bedarf lenken Sie das Licht einfach dorthin, wo Sie es benötigen. Auch hier bieten sich Schienensysteme an, die die Flexibilität der montierten Schienenstrahler noch steigern.

Alternative bei schrägen Decken: Anstelle von Decken- oder Pendelleuchten können manchmal Wandleuchten mit flexiblem Arm die bessere Wahl sein, wie hier die 265 von Flos beweist. (Foto: Nicolas Matheus/Flos)

Auch Wandleuchten mit Arm stehen zur Wahl: Die Leuchte wird seitlich herangeführt, indem sie an der Wand oder der schrägen Decke montiert wird. Wichtig: Wird eine direkt strahlende Leuchte an der Dachschräge befestigt, sollten Sie auch hier auf einen verstellbaren Leuchtenkopf achten, mit dem Sie bei Bedarf die Neigung ausgleichen können.

Nicht nur für Dachgeschoss-Räume schließlich bieten sich Standleuchten an, insbesondere Bogenleuchten. So ist der Lichtpunkt direkt über dem Esstisch – ganz gleich ob direkt, indirekt oder diffus-allgemein strahlend –, Sie ersparen sich jedoch die nötige Montage: Eine Steckdose und ein wenig Bodenfläche genügen. Lukas Pfannenstiel-Odisheli: „Da es hier keine Aufhängung braucht, ist diese Beleuchtung sogar unter Fenstern oder Lichtschächten möglich.“

Fazit: Auch wenn manche architektonische Besonderheiten wie Dachschrägen eine Herausforderung sein können, finden sich dank der Anwendungskompetenz unserer Licht-Fachleute immer Mittel und Wege, dennoch für gutes Licht zu sorgen.

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