Ratgeber

Das kleine Einmaleins der Lichtplanung für den Wohnbereich

Gerade bei der Planung von ortsfesten Leuchten ist ein Möblierungsplan bzw. die durchdachte Platzierung der Einrichtungsgegenstände eine zwingende Voraussetzung, um eine individuelle Lichtlösung zu erstellen.

Es macht wenig Sinn, einen Deckenauslass inmitten des Raums zu platzieren. Das Licht der Leuchte würde sich sonst im Raum verlieren. Luft kann nicht leuchten. Im Wohnbereich werden deshalb hauptsächlich vertikale Wandflächen beleuchtet. Licht braucht Flächen, auf denen es erlebt werden kann.

Ein wichtiger Aspekt im Wohnbereich ist die Dimmbarkeit. Sie ist die einfachste Form, um mit der Beleuchtung veränderbare Stimmungen zu erzeugen. Viele Anwender kennen die unterschiedlichen Lichtqualitäten der verschiedenen Leuchtmittel nicht. Niedervolt-Hologenlampen sind eine gute Wahl und ein Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Lichtqualität. Halogenlampen besitzen ein brillantes Licht, können gedimmt werden und sind längst auch als ECO-Ausführungen am Markt. Das gilt natürlich auch für die mittlerweile etablierten LED-Leuchtmittel. Sie sind besonders effizient, langlebig und bieten hervorragende Lichteigenschaften. Warm-weißes Licht wie bei einer Glühbirne sind für die LED-Module kein Problem mehr. 

Im Nachfolgenden zeigen wir Ihnen einige Überlegungen zur Anordnung von Leuchten, leuchtenspezifische Eigenschaften, Planungsratschläge für verschiedene Räume. Und Sie bekommen Tipps zur ergänzenden Elektroinstallation.   

Downlights

Downlights werden in Gruppen oder Reihen geplant. Der Abstand einer wandbeleuchtenden Downlight-Reihe zur Wand sollte stets ein Drittel der Raumhöhe betragen. Befinden sich Schrank und Regal vor der vertikalen Wandfläche, muss ein größerer Abstand geplant werden.

Eine Reihe sollte immer in gleichmäßige Abstände zueinander eingeteilt werden, zum Beispiel fängt man bei drei Downlights mit einem halben Abstand zur Wand an und endet auch damit. Also: 1/2 Abstand - ganzer Abstander - ganzer Abstand - 1/2 Abstand.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Niedervolt-Halogen

Wandleuchten

Auch mit Wandleuchten sind viele Beleuchtungssituationen realisierbar. Je nach Bauart gibt es sie als Downlight, Uplight oder kombiniert Up-/Downlight. Tiefer als 1,80 m sollten die Wandleuchten allerdings nicht platziert werden, damit eine Direktblendung ausgeschlossen wird. Beachten Sie: als ortsfeste Leuchte verhindern sie die nachträgliche Nutzung der Wandfläche für Bilder oder das Platzieren eines Schrankes.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Niedervolt-Halogen

Außenleuchten

Im Außenraum verwendet man häufig Wandleuchten. Sie inszenieren die Fassade und geben eine Orientierung im Dunkeln. Außerdem kommen Pollerleuchten und auch beleuchtete Lichtobjekte zum Einsatz. Der Außenraum kann durch dezente Außenleuchten von innen erlebbar gemachen werden. Außensteckdosen sollten daher auf Terrassen und Balkonen immer mit eingeplant werden, um mobile Leuchten anschließen zu können.

Leuchtmittelempfehlung: LED oder Kompaktleuchtstoff (Hinweis: bei kaltem Wetter längere Anlaufzeiten)

Essen

Die Pendelleuchte über dem Esstisch ist Pflicht, denn der Essbereich braucht eine angenehme Atmosphäre durch eine dezente Allgemeinbeleuchtung. Er kann mit Akzentlichtern in Form von Steh-, Wand- oder Tischleuchten interessant gestalltet werden. Am Esstisch sollte genügend Licht vorhanden sein, um die Speisen hervorzuheben und die Anwesenden in einen kommunikativen Zustand zu versetzen.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Niedervolt-Halogen

Badezimmer

Am Spiegel braucht man flächiges Licht (Linestra-Röhre, Kompaktleuchtstoff) damit das Gesicht schattenfrei ausgeleuchtet wird. Downlights sind wegen der Schattenbildung auf dem Gesicht nicht zu empfehlen. Im Bereich der Badewanne sollten keine Downlights platziert werden, denn beim Liegen in der Badewanne führen diese Leuchten zu Direktblendung. Downlights können in den Raumecken platziert werden. Wichtig: Bei der Installation von Leuchten in Räumen mit Badewanne oder Dusche müssen bestimmte Schutzbereiche berücksichtigt werden.

Leuchtmittelempfehlung: Niedervolt-Halogen, LED

WC

Wie im Badezimmer kommt es in erster Linie auf flächiges Licht am Spiegel an. Dieser Raum ist meistens so klein, dass er mit einer oder zwei Spiegelleuchten ausreichend beleuchtet ist.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Hochvolt-Halogen

Wohnen

Im Wohnbereich werden vertikale Flächen beleuchtet, um die Tiefe des Raums hervorzuheben. Akzentlichter in Form von Wandleuchten oder Strahlern können einzelne Bereiche hervorheben. Über dem Sofatisch kann eine Pendelleuchte geplant werden. Wenn Steh- oder Bogenleuchten bewusst ins Beleuchtungskonzept mit einbezogen werden, müssen Steckdosen oder Bodensteckdosen vorgesehen werden. Für flexible Lösungen an Wandflächen eignen sich Stromschienensysteme, mit denen die Leuchten zu jeder Zeit verschoben oder ausgetauscht werden können.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Niedervolt-Halogen

Treppen

Für Orientierung und Sicherheit auf Treppen sorgen Wandeinbauleuchten. In Stufennähe montiert, sorgen sie für die Beleuchtung der Trittstufen. Um einen dunklen Treppenschacht zu vermeiden, sollten weitere Wand- oder Deckenleuchten eingeplant werden. Gerade der Antritt und der Austritt einer Treppe sollten beleuchtet werden.

Leuchtmittelempfehlung: LED, Niedervolt-Halogen, Hochvolt-Halogen

Eingang

Der Eingang ist ein Ort der Begegnung. Achten Sie auf freundliches Willkommenslicht durch eine Mischung von direktem und indirektem Licht. Gerade hier kommt es auf eine gute Gesichtserkennung ohne viel Schattenwurf an.

Leuchtmittelempfehlung: Niedervolt-Halogen, LED, Hochvolt-Halogen

Elektroinstallation

Ausreichend Steckdosen für Steh- und Tischleuchten sollten vor einem Neubau oder Umbau immer sorgfältig einkalkuliert werden. Planen Sie daher lieber mehr Schaltkreise mit ein.

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