Außenbereich einer modernen weißen Villa mit bodentiefen Fenstern. Die Haustür ist geöffnet. Auf der Terrasse stehen zwei Outdoor-Stühle. Bodenstrahler beleuchten Bäume und Büsche von unten.

Ratgeber Schutzkennzeichnung Sicherheit und Schutz-Kennzeichnung

Leuchten sind elektrische Geräte. Ein sicherer Umgang und eine gute Verarbeitung stromführender Teile sind deshalb wichtig und schützen die Gesundheit. Einige wichtige Regelungen und Kennzeichnungen stellen wir in diesem Ratgeber vor.

Schutzart

Die Schutzart ist eine Klassifizierung, die angibt, wie gut elektrische Geräte gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Feuchtigkeit geschützt sind. Gekennzeichnet wird die Schutzart durch die Buchstaben IP, gefolgt von zwei Kennziffern, z.B. IP 20 oder IP 65.

Die erste Ziffer gibt den Schutzgrad gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern und gegen Berührung an. Diese Ziffer nimmt einen Wert von 0 bis 6 an. 0 bedeutet „keinen Schutz“, 6 kennzeichnet den höchsten Schutz gegen Staub („staubdicht“).

Die zweite Ziffer gibt den Schutzgrad gegen das Eindringen von Wasser an. Diese Ziffer kann Werte von 0 bis 9 annehmen. Auch hier bedeutet 0 keinen Schutz, 9 bedeutet den höchsten Schutz gegen Wasser unter hohem Druck und aus verschiedenen Richtungen.

Wichtig ist die Schutzart in allen Räumen und Bereichen, wo die Leuchten mit Feuchtigkeit oder Fremdkörpern in Berührung kommen können. Im Haus sind das typischerweise das Badezimmer, eventuell einige Bereiche in der Küche. Im Außenbereich sind Leuchten generell Wind und Wetter ausgesetzt, die Schutzart ist also ein wichtiges Kriterium für Leuchten im Garten, auf dem Balkon oder an der Fassade.

Offiziell steht die Buchstabenfolge IP als international gültige Kennzeichnung für „International Protection“. Gelegentlich wird die Abkürzung auch als „Ingress Protection“ interpretiert (von Englischen „ingress“: „Eintritt, Eindringen“).

Die Bedeutung der Ziffern des IP-Codes

erste KennzifferSchutz gegen Eindringen von Fremdkörpernzweite KennzifferSchutz gegen Feuchtigkeit
0kein Schutz0

kein Schutz

1Schutz gegen Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser > 50 mm1Schutz gegen senkrecht tropfendes Wasser
2Schutz gegen Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser > 12,5 mm2Schutz gegen tropfendes Wasser mit 15° Neigung
3Schutz gegen Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser > als 2,5 mm3Schutz gegen Sprühwasser schräg bis 60°
4Schutz gegen Eindringen von festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser > als 1 mm4Schutz gegen Spritzwasser
5staubgeschützt5Schutz gegen Strahlwasser
6staubdicht6Schutz gegen starkes Strahlwasser
7Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
8Schutz gegen andauerndes Untertauchen
9Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung


Ein Tisch und vier Stühle stehen auf einer Terrasse, die Wand dahinter wird von zwei Wandleuchten beleuchtet. (Foto: Prediger Lichtberater)
Licht an der Fassade: Wandleuchten im Außenbereich sollten Schutzart IP 44 oder besser aufweisen.

Gängige IP-Schutzarten bei Leuchten

  • IP 20: Ein Gerät mit dieser Schutzart ist gegen das Eindringen von festen Fremdkörpern größer als 12,5 mm geschützt (z.B. Finger), aber es bietet keinen Schutz gegen Wasser. Die meisten Innenleuchten sind nach dieser Schutzart gefertigt. Geeignet sind diese Leuchten für trockene Räume, wo kein direkter Kontakt mit Wasser oder Feuchtigkeit erwartet wird (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Arbeitszimmer etc.).
  • IP 44: Diese Schutzart bedeutet, dass das Gerät gegen feste Fremdkörper größer als 1 mm geschützt ist (z.B. ein Draht) sowie gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Unter die Definition „Spritzwasser“ fällt auch Regen. Die Schutzart IP 44 ist häufig bei Außenleuchten oder Badezimmerleuchten zu finden, wo die Leuchte gelegentlich mit Spritzwasser in Berührung kommen kann, aber nicht komplett unter Wasser gesetzt wird.
  • IP 65: Ein Gerät mit dieser Schutzart ist staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser aus beliebigem Winkel. Bei der Beleuchtung im Außenbereich, wo Staub und Strahlwasser (z.B. durch starken Regen oder Reinigung) eine Rolle spielen und der Schutz durch eine Überdachung oder Fassade fehlt, begegnet man dieser Schutzart häufiger.
  • IP 67: Diese Schutzart bietet vollständigen Schutz gegen Staub und zeitweiliges Untertauchen in Wasser. Leuchten mit dieser Schutzart sind geeignet für Bereiche, in denen sie gelegentlich unter Wasser gesetzt werden können. Ein Beispiel sind Bodenleuchten, über denen sich Pfützen bilden können, z.B. in und an Beeten.
  • IP 68: Geräte mit dieser Schutzart sind staubdicht und geschützt gegen dauerhaftes Untertauchen in Wasser. Unterwasserleuchten wie Pool- und Teichleuchten benötigen diese Schutzart.
Licht im Badezimmer: Strom und Feuchtigkeit bilden eine potentiell gefährliche Mischung. Wo welche Leuchten installiert werden dürfen, hängt von deren Schutzart und Schutzklasse ab.

Schutzklassen

Als Schutzklassen bezeichnet man in der Elektrotechnik verschiedene Maßnahmen zum Schutz vor elektrischen Schlägen. Es gibt drei zugelassene Schutzklassen, die mit römischen Ziffern nummeriert sind: Schutzklasse I, Schutzklasse II und Schutzklasse III.

Eine vierte Schutzklasse – Schutzklasse 0 – beschreibt Geräte, die außer durch eine Basisisolierung keinerlei Schutz vor elektrischem Schlag aufweisen. Da jedoch solche Geräte in Deutschland nicht zugelassen sind, erfolgt keine Kennzeichnung.

Schutzklasse I (Symbol)

Schutzklasse I: Schutzerdung

Geräte der Schutzklasse I haben eine Schutzerdung. Das bedeutet, dass sie zusätzlich zu den normalen Isolationsmaßnahmen eine Verbindung zum Erdungssystem des Stromnetzes besitzen. Sollte es zu einem Fehler kommen, bei dem Strom auf Teile des Geräts übergeht, die normalerweise nicht unter Spannung stehen, wird dieser Strom zur Erde abgeleitet.

Schutzklasse II (Symbol)

Schutzklasse II: Schutzisolierung

Geräte der Schutzklasse II sind mit einer doppelten oder verstärkten Isolierung ausgestattet, ohne dass eine Erdung erforderlich ist. Diese zusätzliche Isolationsschicht schützt die Benutzer vor elektrischen Schlägen, selbst wenn eine Isolationsschicht versagen sollte.

Schutzklasse III (Symbol)

Schutzklasse III: Schutzspannung

Geräte der Schutzklasse III sind für den Betrieb mit Schutzkleinspannung ausgelegt: Sie werden mit einer Spannung von maximal 50 Volt Wechselspannung betrieben. Unterhalb dieser Grenze gilt ein elektrischer Schlag für den Menschen als ungefährlich.

Schutzbereiche im Badezimmer

In Badezimmern gibt es aus Sicherheitsgründen spezifische Schutzbereiche, die darauf abzielen, die Gefahr von elektrischen Schlägen in der Nähe von Wasser zu minimieren. Leuchten, die im Badezimmer installiert werden, müssen deshalb bestimmte Sicherheitsvorschriften erfüllen. Die Schutzbereiche sind in der Regel nach ihrer Nähe zu Wasserquellen wie Duschen und Badewannen klassifiziert und legen fest, welche Eigenschaften dort installierte elektrische Geräte aufweisen müssen.

Schutzbereich 0
Schutzbereich 1
Schutzbereich 2
Illustration eines Badezimmers inklusive der farblich abgehobenen Schutzbereiche. (Illustration. Prediger Lichtberater)
  1. Schutzbereich 0

    Dieser Bereich umfasst den Bereich direkt in der Badewanne oder Dusche. Hier betriebene Geräte müssen mindestens Schutzart IPX7 aufweisen, sie müssen festinstalliert sein, eine Zulassung für diesen Bereich vom Hersteller aufweisen und mit einer Betriebsspannung von höchstens 12 Volt Wechselspannung oder 30 Volt Gleichspannung betrieben werden.

  2. Schutzbereich 1

    Schutzbereich 1 erstreckt sich senkrecht über und unterhalb des Bereichs 0 vom Fertigfußoden bis auf eine Höhe von mindestens 2,25 m. Gibt es eine Dusche, gilt ein Radius von 120 cm um den Brausekopf in seiner Halterung. Leuchten dürfen hier nur installiert werden, wenn die Betriebsspannung maximal 26 Volt Wechselspannung oder 60 Volt Gleichspannung beträgt. Es gilt eine Schutzart von mindestens IPX5 (d.h. Schutz vor Strahlwasser).

  3. Schutzbereich 2

    Schutzbereich 2 erstreckt sich auf Flächen mit einer Tiefe von 60 cm vor der Badewanne oder Duschwanne mit einer Höhe von 2,25 m über dem Fertigfußboden . Bei ebenerdigen Duschen mit dem auf 120 cm vergrößerten Bereich 1 entfällt der Bereich 2 (siehe Zeichnung). Im Bereich 2 gelten die Forderungen wie in Schutzbereich 1. Hier installierte Leuchten müssen spritzwassergeschützt sein (IPX4).

Außerhalb der Schutzbereiche

Alles, was nicht in die oben genannten Bereiche fällt, gilt als außerhalb der Schutzbereiche. Hier gelten weniger strenge Anforderungen für elektrische Installationen. Allerdings sollten Sie immer noch die Sicherheit berücksichtigen, insbesondere in Bezug auf Feuchtigkeit und die Möglichkeit von Spritzwasser.

Die Schutzbereiche im Badezimmer sind ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es ist, fachkundige Beratung einzuholen und Arbeiten von Fachleuten ausführen zu lassen. Die falsche Leuchte oder eine unsachgemäß ausgeführte Installation kann im schlimmsten Fall gesundheitliche Folgen haben. Sparen Sie hier nicht am falschen Ende.

Der Markenkatalog von prediger.select vor einem hellgrauen Hintergrund. Auf dem Cover ist eine s.100 Pendelleuchte von prediger.select in Gold zu sehen. Der Katalog ist neu und ab sofort bestellbar.
Lichtberatung zum Blättern und Stöbern!
In unseren Katalogen und Booklets findet ihr alles, was ihr für gutes Licht in Haus und Garten braucht.
Lichtberatung

Dein Leben. Unser Licht.

Ob entspannend, belebend oder flexibel anpassbar – wir gestalten Lichtkonzepte, die genau zu dir und deinen Anforderungen passen.

Projekte

Wandleuchten spenden warmes Licht im Büro

Repräsentatives Licht für eine moderne Villa

Neues Licht für das renovierte Elternhaus

Ein Lichtkonzept, individuell und verspielt

Die Pendelleuchte als leuchtendes Kunstwerk

Helles Büro mit natürlichem Charme

Raumlicht für die Eventlocation

Ein Keller wird zur Wohlfühloase

Licht für ein einladendes Zuhause

Schienenstrahler für das Bücherregal