Frankfurt strahlt: Highlights der Luminale 2018

Alles neu macht der März. Oder fast alles. Denn schließlich fand auch die neunte Ausgabe der Luminale vom 18. bis zum 23. März wie gewohnt parallel zur Light + Building in Frankfurt am Main statt. Die Biennale glänzte aber nicht nur mit spektakulären Lichtinstallationen, sondern auch mit ebenso vielen und gut durchdachten Neuerungen.

Luminale 2018, Frankfurt am Main, Light + Building, Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, Foto Ralph Larmann

Frankfurt Fades eröffnete die Luminale 2018. Foto: Luminale, Ralph Larmann

Dass in diesem Jahr einiges bei der Luminale anders sein würde, kündigte sich bereits im Sommer 2017 an. Bis dato hatte die Messe Frankfurt als Gründer des Lichtkunstfestivals eben jenes parallel zur weltgrößten Lichtmesse Light + Building organisiert und ausgerichtet. Mit dem im Juni ins Leben gerufenen Luminale e.V. gab es nun aber einen Verein, der die Veranstaltung gezielt als „Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung“ förderte – und die jeweiligen Künstler auch bei ihren Lichtinstallationen unterstützte. Auf den ersten Blick ist das nur eine formale Änderung, die aber durchaus Auswirkungen hatte.

Erstmals bot die Luminale so zum Beispiel nicht nur diverse Lichtkunstprojekte, die man vom 18. bis zum 23. März in Frankfurt und auch im benachbarten Offenbach bestaunen konnte, sondern auch eine Reihe von Podiumsdiskussionen sowie Theater- und Filmveranstaltungen. Treffpunkt für anregende Gespräche und Debatten war dabei vor allem das erstmals eingerichtete Festivalzentrum im Instituto Cervantes.

Ein Spaziergang auf dem Light Walk

Luminale 2018, Frankfurt am Main, Light + Building, Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, Foto Oliver Blum

Leucht-Graffiti an der Europäischen Zentralbank
Foto: Luminale, Oliver Blum

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren gab es auf der neunten Luminale erstmals keinen Shuttle-Service, der die Besucher von Lichtprojekt zu Lichtprojekt brachte. Das war aber dank des neu kreierten Light Walks gar nicht nötig – einer Route, die 35 künstlerische Illuminationsarbeiten in der Frankfurter Innenstadt miteinander verband und die City so zu einer gigantischen Open-Air-Galerie avancieren ließ.

Mit dabei war ebenso die begehbare Lichtinstallation „Frankfurt Fades“ von Philipp Geist am Römer sowie Leyla Gersbachs „Glowblow“ am Goetheplatz. Zum allerersten Mal war auch die Alte Oper ein Teil der Luminale – und dank der zentralen Lage natürlich auch des Light Walks. Via Videomapping projizierte das italienische Künstlerkollektiv Karmachina die Geschichte der Alten Oper auf das Gebäude. Und auch die Streetart- und Graffiti-Illuminationen der Bremer Künstlergruppe Urbanscreen lockten viele Besucher an die Fassade der Europäischen Zentralbank.

Für mehr städtische Nachhaltigkeit: Luminale 2018

Luminale 2018, Frankfurt am Main, Light + Building, Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, Foto Oliver Blum

Lichtinstallation Felxipolis.
Foto: Luminale, Oliver Blum

Insgesamt bestaunten über 240.000 Besucher die 149 Lichtprojekte, die übrigens erstmalig in die fünf Kategorien Art, Community, Study, Solution und Better City unterteilt waren, um hervorzuheben, dass Kunst nicht eben nicht nur für sich steht, sondern auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Oder auf die Stadt. Denn unter die Kategorie Better City fielen ausschließlich Projekte, die Frankfurt schöner oder tatsächlich gar besser machen, weil sie einen Mehrwert haben. Und dementsprechend bleiben sollen.

Wie zum Beispiel die Illumination der frisch restaurierten Friedberger Warte, die nun dauerhaft von Christian Uitz angeleuchtet wird. Oder das Projekt „Better City“ des Architekten und Lichtkünstlers Jens Schrader, der in Workshops mit Anwohnern und anderen Frankfurter Bürgern dafür gesorgt hat, dass der einst düstere Ben-Gurion-Ring nun angenehm und vor allem fantasievoll beleuchtet wird. Obwohl die neunte Luminale vor Kurzem zu Ende gegangen ist, wird etwas von dem bezaubernd-künstlerisch gestalteten Licht der Stadt Frankfurt erhalten bleiben – und bereits jetzt mächtig Lust auf die Jubiläumsausgabe in zwei Jahren machen.

Luminale 2018, Frankfurt am Main, Light + Building, Biennale für Lichtkunst und Stadtgestaltung, Foto Oliver Blum

Die Alte Oper wurde mit ihrer eigenen Geschichte illuminiert. Foto: Luminale, Oliver Blum

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