Vorankündigung: Kronach leuchtet 2019

Vom 26. April bis zum 5. Mai 2019 lohnt es sich für alle Lichtkunstinteressierten wieder, gen Süddeutschland zu reisen. Denn dann findet erneut das Festival Kronach leuchtet statt. Wir haben die Highlights für Sie zusammengefasst.

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Vom 26. April bis zum 5. Mai 2019 findet wieder Kronach leuchtet statt. Foto: Kronach leuchtet/Falk Bätz

„Wohlfühlen – Entdecken – Staunen“. So lautet das Motto von Kronach leuchtet 2019. Traditionell ist das Lichtkunst-Event ein Fest von Bürgern für Bürger. Zehn Nächte lang kann man als Besucher die 86 unterschiedlichen Lichtpunkte kostenlos entdecken. Die Lichtflaniermeile startet an der Spitalbrücke, führt über die Kronachallee, der evangelischen Christuskirche bis hin zum jährlichen Kerngebiet von Kronach leuchtet in der Oberen Stadt.

Lebendige Lichtkunst

Auch 2019 lassen sich die Lichtinstallationen grob in drei Kategorien einteilen: Lichtkunstwerke, effektvolle Eventbeleuchtung und hochwertige Architekturbeleuchtung. Das künstlerische Highlight des diesjährigen Events gehört ganz eindeutig in die Kunstwerk-Kategorie. Denn in seiner Installation „Escape from the Machine“ lässt Hugo Vrijdag einen Vogel über den Köpfen des Publikums fliegen. Man wird hier sogar den Flügelschlag nicht nur sehen, sondern auch hören können. Das Kunstwerk des studierten Visual-Künstlers verdankt Kronach leuchtet einer Kooperation mit dem Lichtfestival Glow in Eindhoven. Die Installation setzt komplett auf eine neue Lichttechnologie, die es ermöglicht, in schneller Abfolge unterschiedliche leuchtende Bilder abzuspielen. Quasi wie bei einem Daumenkino. Nacheinander leuchten Glasfaserdrähte auf und suggerieren so eine sich bewegende Zeichnung.

Dass Licht das perfekte Medium ist, um Bewegung vorzutäuschen, wird man aber nicht nur bei „Escape from the Machine“ bewundern können. So wird zum Beispiel bei der Installation „Fassadenspiel“ von Oliver Sopart dank einer 3D-Animation ein Haus zum Leben erweckt: mal verdoppeln sich Fenster, dann verschwinden sie wieder. Mithilfe von Videomapping entsteht eine ganz eigene Lichtchoreografie, die eine zauberhafte Geschichte erzählt. Wobei die Kunst des Mappings darin besteht, einzelne Elemente zu einem stimmigen Ganzen zu verknüpfen, sodass die Bilder „rund“ laufen. Das Tückische: Nicht immer sind es spektakuläre Effekte, die die meiste Arbeit machen. Was spielerisch leicht wirkt, hat dem Programmierer oft die schlaflosesten Nächte bereitet.

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Die „Sommerwiese“ von Andrea Lieb gehörte 2018 zu den großen Publikumslieblingen. Foto: Kronach leuchtet/Frank Wunderatsch

Kronach leuchtet 2019 mit abwechslungsreichem Programm

Andere Künstler indes spielen mit wechselnden Blickwinkeln und Standpunkten. Durchaus auch im übertragenen Sinn: Etwas von mehreren Seiten betrachten und merken, wie das die Bedeutung oder die eigene Sicht auf die Dinge verändert. Bestes Beispiel hierfür ist „Your Point of View“, das aus gleich drei Lichtinstallationen an unterschiedlichen Orten in Kronach besteht. Wer sie umrundet, der erkennt die Bedeutung des jeweiligen Standpunkts für das eigene Urteil. Für Sabine De Schutter, die seit mehreren Jahren Kronacher Workshops leitet, sollte Lichtkunst über das Ästhetische hinausgehen. Das „Fokussieren auf den Menschen, der Licht und Schatten wahrnimmt und in dem dies unweigerlich eine wie auch immer geartete Reaktion auslöst“, inspirierte sie zu dieser Installation.

Neben solchen tiefgründigen Lichtkunstwerken, die mit ihrer Metaebene zur Selbstreflexion einladen, wird Kronach leuchtet 2019 ein höchst abwechslungsreiches Programm bieten. Natürlich finden wieder zahlreiche Workshops zum Thema Licht statt. Wobei aber auch Recycling und Umweltschutz im Mittelpunkt stehen werden. Neben dem traditionellem Fotowettbewerb wird auch in diesem Jahr wieder der Publikumspreis vergeben, bei dem die Besucher ihre Lieblingslichtinstallation küren können. Zahlreiche Veranstaltungen an und um den verschiedenen Lichtpunkten, die durch illuminierte Walking Acts miteinander verbunden sind, komplettieren den leuchtend-bunte Reigen auch in diesem Jahr. Ein Besuch lohnt sich also allemal.