Treppenbeleuchtung: Was müsst ihr beachten?
Ob in Wohnräumen oder Geschäftsräumen, innen oder außen: Die Treppenbeleuchtung ist entscheidend, um ein angenehmes Ambiente zu schaffen und Stolperfallen zu vermeiden. Das Licht an der Treppe ist mehr als nur eine funktionale Notwendigkeit. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Raumdesigns.
In diesem Ratgeber erfahrt ihr, welche Aspekte ihr beachten solltet, um Sicherheit und Ästhetik harmonisch zu verbinden - egal, ob ihr eine neue Treppe plant oder eine bestehende Treppe neu beleuchten möchtet.
Stufe für Stufe: Sicherheit ist das A und O
Man kann es bald nicht oft genug sagen und schreiben: Gutes Licht an der Treppe ist ein Sicherheitsfaktor, da es Stolpern und Stürze verhindert. Das gilt insbesondere für Haushalte, in denen ältere Menschen oder Kinder leben.
Die Herausforderung besteht darin, das richtige Gleichgewicht zwischen Sicherheit und Stil zu finden. Das Licht darf weder blenden noch darf es zu ausgeprägten Schatten kommen. Eine zu schwache oder zu kontrastarme Beleuchtung birgt ebenso Risiken: Die Abgrenzungen zwischen den einzelnen Stufen drohen optisch zu verschwinden. Ein ausgewogenes und ausgeglichenes Licht ist an der Treppe die richtige Wahl.
Wandleuchten (Lederam W von Catellani & Smith) und eine Pendelleuchte (Pirce Mini von Artemide) im Treppenauge beleuchten dieses Treppenhaus.
Licht an der Treppe: Wandleuchten, Deckenleuchten oder LED-Leisten
Treppen gibt es in zahlreichen Ausführungen: Mal gerade, mal gewendelt, mit Absatz oder ohne, in einem separaten Treppenhaus oder offen in den Raum integriert. So verschieden all diese Treppen sind, so unterschiedlich werden sie beleuchtet. Einige allgemeingültige Aspekte gilt es dennoch zu beachten.
Eine wichtige Frage ist die nach vorhandenem Tageslicht: Hat das Treppenhaus keine Fenster oder sind diese weit entfernt, muss die künstliche Beleuchtung das kompensieren.
In jedem Fall sollte die Beleuchtung der Treppe das vorhandene Architekturkonzept unterstützen. Denn mit einem Lichtkonzept wird immer auch eine visuelle Botschaft vermittelt. Licht ist hierbei das gestaltende Medium, der Raum wird erst durch die Beleuchtung emotional wahrgenommen. Die Lichtplanung der Treppe ist also nicht nur Mittel zum Zweck der funktionalen Nutzung, sondern Botschafter einer gewünschten Atmosphäre.
Die Treppe ist ein geschossverbindendes, dreidimensionales Element. Das Zusammenspiel von Raum und Licht ist hier besonders erlebbar. Hinzu kommt, dass die Beleuchtung sowohl von oben als auch von unten wahrnehmbar ist. Salopp gesagt: Es muss nicht nur in beide Richtungen gut aussehen, sondern auch funktional, blendfrei und sicher sein.
Die Einbauwandleuchten an den Treppenstufen sehen nicht nur gut aus, sondern schaffen beim Gang in die oberen Stockwerke auch die nötige Sicherheit.
Plant rechtzeitig die Stromversorgung und Verkabelung
Gerade wenn ihr mit vielen Lichtquellen arbeitet, die einzelne Treppenstufen beleuchten, braucht ihr viele Anschlüsse. Hier lohnt es sich, frühzeitig das Licht zu planen. So können alle Leitungen verlegt und Auslässe gebaut werden. Bedenkt außerdem, dass ihr eure Leuchten später noch warten müsst: Leuchten müssen gereinigt, Leuchtmittel eventuell gewechselt werden. Ein unkomplizierter Zugang von der Treppe aus ist daher nicht nur komfortabel, sondern notwendig.
Treppenbeleuchtung mit Deckenleuchten
Deckenleuchten an den Treppenabsätzen sind eine weit verbreitete Möglichkeit, um Treppen zu beleuchten. Oft ist die Deckenleuchte am oberen Treppenabsatz installiert, die Treppe selbst wird zum Teil direkt, zum Teil indirekt über die Reflexion an der Decke und den Wänden beleuchtet. Wichtig ist, dass der Abstrahlwinkel möglichst breit ist, damit der Raum gleichmäßig hell beleuchtet wird und keine Stufen im Dunklen liegen.
Treppenbeleuchtung mit Wandleuchten
Wandleuchten findet man bei der Treppenbeleuchtung relativ häufig. Die bereits erwähnte Blendfreiheit ist hier sehr wichtig: Weder beim Weg nach oben noch nach unten dürfen die Leuchten blenden. Wählt daher gut entblendete oder abgeblendete Leuchten. Bei beidseitig strahlenden Wandleuchten sorgt der direkte, nach unten strahlende Lichtanteil für Licht auf den Treppenstufen, der indirekte, nach unten strahlende Lichtanteil unterstützt die Allgemeinbeleuchtung durch die Reflexion an Wand und Decke.
Beachtet bei der Wahl der Wandleuchten auch, dass diese nicht zu weit in den Raum hinein ragen. Schlimmstenfalls entsteht so ein zusätzliches Hindernis, insbesondere an eher schmalen Treppen.
Einbauleuchten für die Treppenstufen
Eine dezente und effektive Möglichkeit der Treppenbeleuchtung bieten Wandeinbauleuchten: Diese meist kleinen Leuchten werden in regelmäßigen Abständen etwa knöchelhoch montiert und konzentrieren ihr Licht auf die Stufen. Der Planungsaufwand ist eher hoch, da jede Leuchte ihre eigene Einbaudose und Verkabelung braucht, die Optik ist es oft jedoch wert.
Licht an der Treppe mit Lichtleisten
Eine Treppenbeleuchtung mit Lichtleisten ist erst dank LED-Technik unkompliziert möglich: Unter jeder Stufe, idealerweise in einer Fuge, wird eine lineare LED verbaut, sei es als Lichtleiste oder flexibler LED-Strip. Diese beleuchtet die Treppenstufe darunter und sorgt für blendfreies und akzentuiertes Licht. Diese Art der Beleuchtung entfaltet einen besonders ästhetischen Charakter. Einen zusätzlichen Akzent setzt ihr mit einer linearen Beleuchtung, die in den Handlauf integriert ist.
Treppenbeleuchtung mit Pendelleuchten
Pendelleuchten zur Beleuchtung der Treppe bieten sich bei gewendelten Treppen mit einem sogenannten Treppenauge an: Der Freiraum zwischen den Treppenläufen wird so zur Beleuchtung genutzt, nebenbei setzt ihr ein gestalterisches Statement. Anstelle einer Leuchte können mehrere kleine, in unterschiedlicher Höhe abgependelte Leuchten den Raum in allen Dimensionen inszenieren.
Das lässt sich jedoch nicht überall umsetzen: Die Raumhöhe und die damit nötige Pendellänge kann ein Hindernis sein. Zudem sind Pendelleuchten für die Allgemeinbeleuchtung der Treppe nur begrenzt geeignet, wir empfehlen eine ergänzende Beleuchtung durch Wandleuchten oder Lichtleisten.
Die Pendelleuchte TR7 von Tom Rossau schafft eine elegante Beleuchtungslösung für Treppenräume.
Welche Lichtfarbe eignet sich für die Treppe?
Wie in vielen Räumen ist auch im Treppenhaus die Antwort auf die Frage nach der richtigen Lichtfarbe von mehreren Faktoren abhängig: Gibt es Tageslicht oder nur künstliche Beleuchtung? Wer nutzt das Treppenhaus zu welchen Zeiten? Ist die Treppe von anderen Räumen wie dem Wohnzimmer einsehbar? Welche Stimmung ist gewünscht?
Generell kommt der Treppe eine Vermittlerrolle zu, vergleichbar mit dem Flur. Die Lichtfarbe sollte mit Blick auf die angrenzenden Räume und Bereiche ausgesucht werden. In privaten Wohnhäusern heißt das oft: Licht der Lichtfarbe Warmweiß (3000 K), besser Warmweiß-extra (2700 K). So schließt die Treppe harmonisch an das Wohnzimmer oder ans Schlafzimmer an.
Wandeinbauleuchten (p.076 von prediger.base), knapp über den Treppenstufen installiert, sorgen für gutes Licht.
Die richtige Helligkeit der Treppenbeleuchtung
Beachtet mit Blick auf die Helligkeit: Entscheidend ist die Beleuchtungsstärke, die auf den Treppenstufen ankommt. Bei vielen Leuchten wird der Lichtstrom angegeben, den die Leuchte aussendet. Lichtleisten oder knöchelhoch installierte Wandleuchten sind viel näher an der Fläche, die sie beleuchten müssen, installiert. Deshalb brauchen sie weniger Lichtleistung aus als eine Deckenleuchte, die neben den Stufen auch den halben Raum erhellen muss. Eine Lichtberatung in einem unserer Showrooms kann bei der Auswahl nützlich sein: Hier stehen euch zum einen unsere Fachleute mit Rat und Tat zur Seite, zum anderen könnt ihr das Licht mit eigenen Sinnen erleben und die abstrakten Zahlen und Werte selbst erfahren.
Mit dimmbaren Leuchten habt ihr die Möglichkeit, die Helligkeit der Beleuchtung je nach Bedarf anzupassen und somit eine individuelle Atmosphäre zu schaffen.
Energieeffizienz und Umweltbewusstsein
Unsere deutliche Empfehlung: Setzt auf LED-Leuchten. Sie sind energieeffizient, langlebig und vielseitig und bieten eine breite Palette an Farbtemperaturen und Helligkeiten. Das macht sie ideal für verschiedene Beleuchtungsszenarien, von LED-Stripes über Spots bis hin zu Wand- oder Deckenleuchten. Zusätzlicher Bonus: Viele moderne LED-Leuchten sind dimmbar und lassen sich in Smarthome-Systeme einbinden, manche können sogar die Lichtfarbe wechseln. So bleibt ihr jederzeit flexibel und könnt das Lichtkonzept anpassen, sollten eure Ansprüche sich einmal ändern.