Modernes Wohnzimmer mit Pendelleuchte von CHRISTOPH und Deckenstrahlern von prediger.base. (Foto: Johannes Arlt)

Ratgeber Bilderbeleuchtung Bilder, Kunstwerke und Fotos richtig beleuchten: So funktioniert es garantiert

Bilder, Kunstwerke und Fotos geben einem Raum seinen individuellen Charakter. Sie sind Hingucker, sie laden zum Verweilen ein, sie prägen die Atmosphäre. Damit sie ihre Wirkung voll entfalten können, sollten sie richtig beleuchtet werden. In diesem Ratgeber verraten wir, wie das gelingt.

Licht für Gemälde und Bilder ist Teil der Akzentbeleuchtung

Die Beleuchtung von Fotos, Bildern und Kunstwerken zählt zur Akzentbeleuchtung. Diese Art der Beleuchtung soll die Aufmerksamkeit lenken und Schwerpunkte setzen, anders als die Allgemeinbeleuchtung, die für Orientierung und grundsätzliche Erkennbarkeit sorgen soll. In der Regel setzt die Akzentbeleuchtung auf direktes Licht mit höherer Beleuchtungsstärke. Praktisch bedeutet das: Die Bilder-Beleuchtung realisiert ihr am besten mit Strahlern und Spots.

Alternativ können Bilder auch über die Allgemeinbeleuchtung beleuchtet werden. Den Fokus legt ihr dann verstärkt auf den Raum, beispielweise mit indirekter Beleuchtung, diffus-allgemeinem Licht oder Wallwashern. Die Bilder werden als Teil der Wände quasi „mitbeleuchtet“.  Diese Variante eignet sich, wenn eure Bilder zwar Dekoration, aber kein Hingucker sein sollen, oder wenn ihr viele kleine(re) Bilder habt, die eher gleichberechtigt nebeneinander hängen. Möchten ihr jedoch wenige oder große Kunstdrucke explizit in Szene setzen, führt an der Akzentbeleuchtung kein Weg vorbei.

Flexibilität durch Schienenstrahler

Sollten sich Zahl oder Größe der zu beleuchtenden Bilder ändern, sorgen Schienenstrahler für die nötige Flexibilität. Positionierung und Ausrichtung sind hierbei in der Regel individuell wählbar, sogenannte Zoomstrahler erlauben zusätzlich, den Abstrahlwinkel anzupassen. Auch lineare Spots sind als Schienenstrahler erhältlich.

Wohnzimmer mit einem bunt gefüllten Bücherregal einer Altbauwohnung. Das Regal sowie ein Kunstwerk wird von drei p.083 Schienenstrahler in Schwarz von prediger.base beleuchtet.

Deckenstrahler für die Bilderbeleuchtung

Für eine optimale Beleuchtung sollte das gebündelte Licht direkt auf die jeweiligen Bereiche ausgerichtet werden. Meist nutzt man dazu ausrichtbare Deckenstrahler, die das Bild beleuchten und so die Aufmerksamkeit lenken. Besondere Beachtung verdient der Beleuchtungswinkel, der sich aus der Entfernung der Leuchte zum Bild ergibt: Ist die Leuchte zu dicht an der Wand montiert und der Winkel eher klein, kann schon ein Bilderrahmen unschöne Schatten werfen. Ist der Winkel zu groß, kommt es zu störenden Reflexionen oder die Personen im Raum werfen Schatten auf das Bild. Etabliert hat sich ein Winkel von 30 Grad, gemessen zur Senkrechten, auch als „Museumswinkel“ bekannt.

Eng damit verbunden ist die Frage nach dem Abstrahlwinkel der Leuchte: Dieser sollte so gewählt werden, dass das komplette Bild beleuchtet wird und keine dunklen Ecken entstehen.

Mit linearen Spots und Strahlern lassen sich leicht mehrere oder größere Bilder gleichmäßig beleuchten.

Lichtfarbe und CRI: Die richtige Lichtquelle

Gerade bei der Beleuchtung von Gemälden und Fotografien ist das Thema „Farbwiedergabe“ sehr wichtig: Dieser Wert gibt für Leuchtmittel an, wie natürlich Farben wiedergegeben werden, die mit dieser Lichtquelle angestrahlt werden. Referenz ist das Sonnenlicht, das mit dem Index 100 definiert ist – je näher an 100, desto natürlicher wirken die Farben. Weit verbreitet sind die Abkürzungen CRI (für Englisch „Color Rendering Index“) oder Ra (für „Referenzindex allgemein“). Achtet darauf, dass eure Leuchtmittel mindestens einen CRI von 90 haben.

Der CRI ist abhängig von der Lichtfarbe definiert: Unter warmweißem Licht mit seinen ausgeprägten Rot-Anteilen wirken Farben anders als unter bläulichem Kaltweiß, auch bei gleichem CRI. Für Wohnräume empfehlen wir in der Regel warmweißes Licht mit einer Farbtemperatur von maximal 3000 Kelvin (K): Dieses Licht wirkt gemütlich und entspannend. Eure Bilderbeleuchtung sollte in Sachen Lichtfarbe zur Umgebung passen. In einer Galerie hingegen plant man eher neutralweißes Licht (4000 K), das nüchtern und aktivierend wirkt und daher für Wohnräume selten die erste Wahl ist.

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Das richtige Licht für Bilder und Fotos? Tipps und Tricks für die richtige Bilderbeleuchtung

Kunst zu beleuchten, ist eine Kunst für sich: Lichtverteilung, Ausrichtung und Beleuchtungsstärke wollen ebenso beachtet werden wie Farbwiedergabe, Lichtfarbe und vieles mehr. Was das richtige Licht für Kunstwerke und Bilder jedoch nicht ist, ist kompliziert: Wer die oben genannten Grundlagen beachtet, kann den Erfolg eigentlich fest einplanen.

Generell gehen wir in diesem Ratgeber davon aus, dass Fotos und Bilder als Wandschmuck in Wohnräumen beleuchtet werden sollen. Galerien oder Ateliers verlangen nach einer anderen Beleuchtung, ebenso dreidimensionale Kunstwerke wie Skulpturen. Mehr dazu erfahrt ihr in unseren Lichtszenen zum Thema „Ausstellung“ sowie im entsprechenden Kapitel in unserem Handbuch der Lichtberatung.

Meidet direktes Sonnenlicht

Unabhängig von der Beleuchtung: Kunstdrucke, Fotos & Co. solltet ihr dort aufhängen, wo kein direktes Sonnenlicht hinfällt. Der hohe Anteil an UV-Licht sorgt über kurz oder lang dafür, dass Kunstwerke ausbleichen und vergilben. Nebenbei ein weiteres Argument für eine Beleuchtung, die auf LED setzt: Die Halbleitertechnologie ist nicht nur langlebig und energiesparend, sondern gibt für gewöhnlich auch kein UV-Licht ab.

Sind Tischleuchten oder Wandleuchten eine Alternative?

Manchmal werden auch Wandleuchten zur Bilderbeleuchtung empfohlen. Auch Bodenleuchten oder Tischleuchten, vor den jeweiligen Kunstwerken platziert, werden hin und wieder genannt. Allerdings: Das sind eng begrenzte Spezialfälle. Bei Bodenleuchten oder Tischleuchten mag die ungewöhnliche Beleuchtung von unten zunächst dramatisch wirken. Diese Dramatik allerdings passt nicht zu jedem Bild. Bei Wandleuchten ist der Beleuchtungswinkel zu gering, oft bleiben Teile des Bildes im Dunkeln oder die Lichtverteilung ist sehr ungleichmäßig. Meist sind die Leuchte und ihre Lichtzeichnung so dekorativ, dass es keiner zusätzlichen Kunst bedarf.