Licht in der Küche: Gut geplant ist definitiv besser beleuchtet

Beleuchtung ist in jedem Raum wichtig, keine Frage. Aber gerade in der Küche sind die Anforderungen an ein gelungenes Lichtkonzept enorm hoch. Als Familientreffpunkt, Arbeitsplatz zum Kochen und Backen sowie Raum zum Wohlfühlen erfüllt die Küche täglich zahlreiche Aufgaben. Kein Wunder also, dass eine einzige Leuchte in der Mitte des Raumes keinesfalls genügt, um für alle Situationen auch das richtige Licht zu liefern. Wir erklären Ihnen im nachfolgenden Beitrag, worauf sie bei der Lichtplanung unbedingt achten müssen.

Die Anforderungen an ein gelungenes Lichtkonzept sind gerade in der Küche besonders hoch. Unsere Lichtplaner wissen aber, was zu tun ist und haben diese Penthouse-Küche ins richtige Licht gesetzt. Foto: Prediger

Die Anforderungen an ein Lichtkonzept sind gerade in der Küche enorm hoch. Unsere Lichtplaner wissen aber, was zu tun ist und haben diese Penthouse-Küche ins richtige Licht gesetzt. Foto: Prediger

Jede Küche sollte mindestens über zwei Beleuchtungsarten verfügen: Eine ausreichende Grundbeleuchtung ist genauso wichtig wie die blend- und schattenfreie Beleuchtung der Arbeitsflächen. Sollte in der Küche außerdem noch Platz für einen Esstisch oder Tresen sein, muss dieser natürlich ebenfalls ins richtige Licht gerückt werden. Die Küchenbeleuchtung sollte also einen gekonnten Spagat zwischen Funktionalität und Gemütlichkeit schaffen. Oder anders ausgedrückt: Sicherheit ist wichtig, Atmosphäre aber selbstverständlich auch. Nicht zu vergessen die Qualität der Farbwiedergabe.

Die klassische Pendelleuchte in der Mitte des Raumes ist keinesfalls genug

Die klassische Pendelleuchte in der Mitte des Raumes – jahrzehntelang prägte sie das Bild in unzähligen deutschen Küchen. Eine gute, bedarfsgerechte Beleuchtung war und ist damit aber keinesfalls möglich, weil das Licht in der Regel vom Lampenschirm in einem engen Winkel auf den Boden gelenkt wird. Der Arbeitsbereich bleibt dadurch meistens außen vor – oder wird vom Licht abgeschirmt, weil sich die Personen selbst im Licht stehen. Dabei ist Schattenbildung genau das, was ein durchdachtes Lichtkonzept in der Küche unbedingt verhindern sollte. Denn eine schlechte Sicht erschwert das Kochen und Backen, die nötige Sicherheit beim Umgang mit scharfen Küchengegenständen ist dadurch nicht mehr gegeben. Schon allein deshalb ist eine umfassende Lichtlösung absolut notwendig.

Eine einzige Pendelleuchte in der Mitte des Raumes? Eindeutig zu wenig. Moderne Lichtkonzepte für die Küche setzen auf mehrere, separat voneinander steuerbare Lichtquellen. Foto: Lumina

Eine einzige Pendelleuchte in der Mitte des Raumes? Das ist eindeutig zu wenig. Moderne Lichtkonzepte für die Küche setzen auf mehrere, separat voneinander steuerbare Lichtquellen. Foto: Lumina

Allgemeinbeleuchtung ist wichtig für die Orientierung in der Küche

Für eine gute Allgemeinbeleuchtung in der Küche kann dagegen beispielsweise eine Deckenleuchte mit einem satinierten Diffusor sorgen, durch den das Licht gleichmäßig im Raum verteilt wird. Eine andere Möglichkeit sind in der Decke installierte Downlights bzw. einzeln justierbare Aufbauspots, mit denen es problemlos möglich ist, den Raum mittels Licht und Schatten in einzelne Zonen aufzuteilen. Dadurch wird eine Küche strukturiert, die Wege zum Kühlschrank oder zum Herd werden vorgezeichnet. Licht dient in diesem Fall also hauptsächlich der Orientierung. Aber ganz egal, ob eine Deckenleuchte oder mehrere Strahler – wichtig ist, dass das diffuse Licht möglichst breit abgestrahlt wird, wobei sich eine Beleuchtungsstärke von etwa 150 Lux und eine Farbtemperatur von etwa 3.000 Kelvin als optimal erwiesen haben.

Indirekte Beleuchtung mit LED-Stripes wird auch in der Küche immer beliebter

Eine weitere, elegantere und wesentlich modernere Möglichkeit für eine gleichmäßige Grundbeleuchtung in der Küche ergibt sich durch die so genannte indirekte Beleuchtung. Über Lichtvouten mit LED-Stripes oder „unsichtbare“ Lichtquellen, die von den Oberschränken aus die Decke anstrahlen, wird in der Küche breitflächig ein besonders stimmungsvolles Ambiente geschaffen. Vor allem in modernen Wohnküchen oder offenen Küchen sieht man diese Art der Beleuchtung seit einigen Jahren immer häufiger. Indirekte Beleuchtung kann ihre ganze Strahlkraft aber erst bei weißen bzw. hellen Wänden und Decken entfalten, denn schließlich reflektieren sie das Licht bestmöglich, so dass es sich im gesamten Raum verteilen kann.

Der Arbeitsbereich sollte möglichst gut und vor allem schattenfrei beleuchtet sein. Außerdem sollten das Licht möglichst farbecht sein. Foto: Prediger

Der Arbeitsbereich sollte möglichst gut und vor allem schattenfrei beleuchtet sein. Außerdem sollte das Licht in diesem Teil der Küche möglichst farbecht sein. Foto: Prediger

Licht ohne Schatten und mit guter Farbwiedergabe für die Arbeitsfläche

Um in der Küche genügend Licht auf die Arbeitsflächen zu bringen, gibt es dagegen nur eine sinnvolle Möglichkeit: die direkte Beleuchtung. Entweder durch entsprechend montierte, blendfreie Einbau- bzw. Aufbaustrahler unter den Oberschränken oder aber durch Downlights in der Decke über der Kochinsel, respektive dem Arbeitsbereich. Wichtig: Je nach Größe der zu beleuchtenden Arbeitsfläche sollten möglichst mehrere Leuchten zum Einsatz kommen, um bei der Zubereitung des Essens die Zutaten gleichmäßig und schattenfrei auszuleuchten. Der Abstand zwischen den Strahlern sollte maximal 80 cm, besser aber nur 50 cm betragen, damit eine gleichmäßige Beleuchtung gewährleistet ist. Ihre Beleuchtungsstärke sollte mit etwa 500 bis 650 Lux deutlich über dem Niveau der übrigen Küchenleuchten liegen und auch der Farbwiedergabeindex – mindestens CRI 90 – sollte auf jeden Fall besser als bei den übrigen Leuchten sein. Denn mit möglichst farbechtem, warm-weißem Licht lässt sich die Qualität der Lebensmittel wesentlich besser beurteilen. Des Weiteren müssen die Leuchten mit den entsprechenden Brandschutz-Kennzeichen versehen sein, wenn sie beispielsweise in den Küchenschrank eingebaut werden.

Pendelleuchten eignen sich für den Einsatz über dem Essplatz oder der Bar

Der Essplatz sollte schließlich separat beleuchtet werden. Am besten mit einer Pendelleuchte, die im optimalen Fall höhenverstellbar und dimmbar ist, sich also an die unterschiedlichsten Bedürfnisse anpassen kann und den Esstisch oder die Bar optimal ausleuchtet. Eine Beleuchtungsstärke von etwa 200 bis 300 Lux ist dabei völlig ausreichend, um einerseits den wohnlichen Charakter zu unterstützen, andererseits aber auch genügend Licht auf den Tisch oder die Theke zu bringen. Ob diese Beleuchtungsstärke nun von einer Leuchte oder einem ganzen Ensemble erreicht wird, hängt natürlich in erster Linie vom individuellen Geschmack ab. Die Leuchten sollten aber mindestens 60 cm über der Tischmitte hängen und so angebracht sein, dass sie nicht blenden. Wem das immer noch nicht ausreicht, der kann mit ergänzender LED-Beleuchtung an und in Schränken oder Vitrinen weitere Akzente setzen.

Mit den Pendelleuchten Toldbod 120 des dänischen  Herstellers Louis Poulsen ist eine stilvolle Beleuchtung in der Küche möglich. Foto: Louis Poulsen

Mit den Pendelleuchten Toldbod 120 des dänischen Herstellers Louis Poulsen ist in der Küche über der Arbeitsfläche oder dem Esstisch eine stilvolle Beleuchtung möglich. Foto: Louis Poulsen

Eine einheitliche Lichtfarbe aller Leuchten ergibt ein stimmiges Gesamtbild

Egal wie viele verschiedene Leuchten oder Leuchtmittel in der Küche eingesetzt werden, es müssen vor allem jene Flächen gut beleuchtet werden, die intensiv genutzt werden. Zusätzlich zur Grundbeleuchtung sollte das Licht daher in den einzelnen Küchenzonen – also am Herd, auf der Arbeitsplatte, an der Spüle und am Esstisch – separat zugeschaltet werden können. Ein stimmiges Gesamtbild wird bei einer Vielzahl von Leuchten immer dann erreicht, wenn das Licht überall im Raum eine einheitliche Farbtemperatur hat. Bestenfalls ist es warm-weiß, hat also eine Lichtfarbe von 2.700 bis 3.000 Kelvin. Auch die Art und Weise wie die Leuchten montiert werden, hängt von der Größe oder der Bauweise der Küche ab. So kann es beispielsweise eine gute Alternative sein, die Leuchten an einem Stromschienensystem anzubringen. Erst recht, weil dadurch noch größere Flexibilität erreicht wird, sich die Leuchten und Strahler jederzeit anders arrangieren bzw. ausrichten lassen. Als beste Leuchtmittel haben sich für die Küche nach dem Ende der Glühlampen-Ära Leuchtstoffröhren, Halogen-Lampen und mittlerweile auch LED-Module erwiesen. Entscheidende Kriterien sind in vielen Fällen die Farbwiedergabe und auch die Energieeffizienz.

Was Sie außerdem noch über Küchenleuchten und Lichtplanung wissen müssen, erklären Ihnen unsere Lichtberater gern persönlich im Showroom, am Telefon oder per E-Mail.

Unsere Küchenleuchten finden Sie übrigens hier.

10. März 2015, Christian Buchholz
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