William Lam (1924 – 2012)
Kellys Analyse ist wegweisend, enthält jedoch noch keine Kriterien, was eine Beleuchtungsanlage leisten muss. Diese formuliert William Lam einige Jahre später, in den 1970er-Jahren. Seine Tätigkeitsanforderungen („activity needs“) decken sich weitgehend mit denen der quantitativen Lichtplanung: Eine funktionale Beleuchtung soll optimale Bedingungen für die jeweilige Tätigkeit schaffen. Dabei fordert er, alle auftretenden Sehaufgaben nach Ort, Art und Häufigkeit zu analysieren.
Wichtiger für Lams Konzept sind jedoch die psychologischen Anforderungen („biological needs“). Während die bewussten Tätigkeiten auf die Funktionalität der Umgebung abzielen, sind psychologische Anforderungen unbewusste Bedürfnisse. Sie sind ausschlaggebend für die emotionale Bewertung einer Umgebung, also für das Wohlbefinden in einer Beleuchtungssituation.
Als erste psychologische Anforderung nennt Lam die eindeutige Orientierung. Das meint zum einen die räumliche Begreifbarkeit, sprich: Ziele im Raum und Wege dorthin. Zum anderen gehört zur Orientierung, dass man die Tageszeit, das Wetter oder das Geschehen in der Umgebung wahrnehmen kann. Fehlen diese Informationen der Umwelt, kann die Umgebung als künstlich und bedrückend empfunden werden. Große Kaufhäuser ohne Fenster wären hierfür ein Beispiel.
Eine weitere psychologische Anforderung ist die Überschaubarkeit und Verständlichkeit der umgebenden Strukturen. Idealerweise ist die Beleuchtung so strukturiert, dass alle Bereiche eines Raumes gut erkennbar sind. Das vermittelt ein Gefühl der Sicherheit. Bei dunklen Bereichen und unübersichtlichen Situationen hingegen entstehen Missstimmungen. Ein Blickpunkt, etwa in Form eines angestrahlten Kunstwerks, kann die Betonung der traditionellen Sehaufgaben aufbrechen und für die nötige Spannung und Entspannung in der visuellen Umgebung sorgen.
Zuletzt nennt Lam noch die Balance zwischen Kommunikation und Privatheit des Menschen. Beide Extreme werden als negativ empfunden. Die räumliche Umgebung sollte einerseits eine Interaktion zulassen und trotzdem private Bereiche bereitstellen.
Lichtberatung als erster Schritt zu gutem Licht
All das zeigt: Beleuchtung ist mehr als eine Leuchte an die Decke zu schrauben, und Licht kann mehr als nur hell sein. Um Licht zu planen und einzusetzen braucht es Fachleute. Auch die LED-Technologie hat das Thema Licht nicht vereinfacht, im Gegenteil: Fehlende Industriestandards und vielfältigere Anwendungen machen Lichtlösungen immer technischer und Expertenwissen immer wichtiger.
Wir empfehlen eine professionelle Lichtberatung als ersten Schritt zum richtigen Licht, ob telefonisch, online oder in einem unserer Showrooms. Alternativ verraten wir euch unsere Tipps und Tricks für die optimale Beleuchtungsplanung in unseren Ratgebern.