Theorie und Konzepte

Theorie und Konzepte der Lichtplanung

Die Disziplin der Lichtplanung ist erst mit der flächigen elektrischen Beleuchtung vor etwa 80 Jahren entstanden. Sie versucht Ziele und Methoden zu entwickeln, nach welchen Kiritierien das nun jederzeit verfügbare künstliche Licht eingesetzt werden soll.

Quantitative Lichtplanung

Bei der quantitativen Lichtplanung wird versucht über die Betrachtung der Beleuchtungsstärke eine optimale Sehleistung auf einer Nutzungsebene (z.B. Schreibtisch) zu erreichen. Das gewährleistet bei der Arbeitsplatzbeleuchtung eine hohe Produktivität und Unfallsicherheit. In der Praxis werden dabei regelmäßige Anordnungen der Leuchten gewählt, um die gleichmäßige Ausleuchtung zu erzeugen. Dieses Verfahren reduziert die Lichtplanung auf die technische Leistung einer Beleuchtungsanlage und vergißt dabei die psychologische Wahrnehmung des Menschen, die ästhetische Wirkung einer beleuchteten Umgebung und den differenzierten Informationsgehalt einer Situation.

Einen Schritt weiter geht die Leuchtdichtetechnik. Sie weitet die planerische Analyse auf den gesamten Raum aus. Weg von der Einzelbetrachtung eines Schreibtischs hin zu einer differenzierten Betrachtung aller Leuchtdichen in einer Zone. Durch den Wechsel zur Leuchtdichte als zentraler Größe können die Helligkeits- und Kontrastverhältnisse in der gesamten wahrgenommenen Umgebung erfaßt werden, sei es zwischen Sehaufgabe und Hintergrund, zwischen einzelnen Objekten oder zwischen Objekten und ihrem Umfeld. Eine stabile Wahrnehmung tritt ein, wenn die Leuchtdichtekontraste bestimmte Werte nicht über- oder unterschreiten. Bei instabilen Lagen treten Blendeffekte auf.

Blendung heißt aber nicht allein ein hoher Leuchtdichtekontrast. Zusätzlich geht der Informationsgehlt der blendenden Fläche verloren. Nicht das durchsichtige Fenster mit Blick auf eine sonnige Landschaft (mit hoher Leuchtdichte) sondern die helle undurchsichtige Milchglasscheibe würde uns blenden, da sie den Informationsfluß unterdrückt. Es kommt wesentlich auf die schnelle Erfassung des Informationsgehalt einer visuellen Situation an, der dem Menschen Sturktur und Orientierung bietet.

Wahrnehmungsorientierte Lichtplanung

Mit der Erkenntnis über ein Bedeutungsmuster von den strukturellen Angeboten einer visuellen Umgebung und der Bedürfnisse des Menschen in dieser Situtation kann die wahrnehmungsorientierte Lichtplanung die Beleuchtung als weiteren Faktor im visuellen Prozeß planen. Eine Beleuchtung die auf die Bedürfnisse des Menschen eingeht, kann nicht mehr nur durch quantitative Parameter beschrieben werden. Vielmehr müssen Kriterien entwickelt werden, die sowohl die Beleuchtungsanlage beschreiben können, als auch die Funktion des Lichts umfassen.