ProjekteLichtkonzept Veranstaltungssaal

Das Logenhaus der "Vereinigten 5 Hamburgischen Logen" befindet sich an der Welckerstraße 8, gegenüber der Staatsoper. Das Gebäude wurde im Jahr 1971 neu errichtet. Bis 1937 stand an dieser Stelle das prachtvolle Logenhaus der "Großen Loge von Hamburg", das auf Anordnung der Nationalsozialisten abgerissen wurde. Die "Vereinigten 5 Hamburgischen Logen" sind gemeinsam Eigentümer des Hauses und teilen sich die Nutzung mit zwölf weiteren Logen.

Anforderungen an das Lichtkonzept

Herzstück und zentraler Versammlungsraum des Logenhauses ist der Goethesaal, der sowohl bau- als auch lichttechnisch neu zu gestalten war. Der Raum in Form eines Polygons hat eine Größe von 191 Quadratmetern. Er wird für verschiedenste Veranstaltungen genutzt - für Seminare, Vorträge, Logensitzungen und Festivitäten - was bei der Ausarbeitung des Lichtkonzepts von unseren Prediger Lichtberatern berücksichtigt werden musste. Weitere Anforderungen waren die Erhaltung der abgehängten Decken, die Entfernung der wandseitigen Strahler, Wandleuchten und Bilder sowie der horizontal verlaufenden Lichtvoute. Des Weiteren musste bedacht werden, dass der Raum auch für Beamer-Präsentationen zu nutzen ist.

Auf Grundlage dieser Vorgaben stellten sich für die Lichtkonzeption folgende Anforderungen: Die multifunktionale Nutzung des Raumes musste insofern berücksichtigt werden, als dass für jede Form der Veranstaltung eine ausreichende Lichtstärke gewährleistet sein sollte. Benötigt wurde sowohl ein allgemeines Raumlicht als auch Lichtpunkte zur Unterstützung der Architektur. Durch unterschiedliche Schaltkreise mussten je nach Bedarf verschiedene Lichtszenarien angesteuert werden können.

Dekoratives Licht

Der Goethesaal wird optisch bestimmt durch den aus den 1960er-Jahren stammenden Kronleuchter, der zentral in der Raummitte abgependelt ist. Diesen galt es durch einen zeitgemäßen und modernen Kronleuchter zu ersetzen, der nicht nur optisch, sondern auch lichttechnisch den wechselnden Anforderungen gerecht werden kann. Bei den Überlegungen zur Form der dekorativen Pendelleuchte wurden die Prinzipien und Symbole der Freimaurer zugrunde gelegt. In der Freimaurerei werden die Symbole als ein Verweissystem verstanden, bei dem das eine für etwas anderes steht. Von stärkster Aussagekraft ist die Symbolik der Zahl 3. Sie steht als Symbol der Gerechtigkeit und wird versinnbildlicht im rechtwinkligen Dreieck und im Winkelmaß.

Ausgehend vom Dreieck als Symbolträger entschieden sich unsere Prediger Lichtberater für die Pendelleuchte Ocular in einer dreischenkligen Form. Die Leuchte sollte als Sonderanfertigung von der Manufaktur Licht im Raum umgesetzt werden. Aus diesem Vorschlag entwickelte sich gemeinsam mit dem Auftraggeber die endgültige Version des Kronleuchters: die Ocular in runder Form. Die runde Leuchte versinnbildlicht Harmonie, die in der Freimaurerei eine zentrale Rolle spielt, und fügt sich in das Gesamtbild des Saales optimal ein. Durch die linsenförmigen Reflektoren der Leuchte wird das Licht gebündelt nach unten abgegeben und diffus gegen die Decke reflektiert.

Unsere Prediger Lichtberaterr wählten als Leuchtmittel für den Kronleuchter Niedervolthalogen, da die Brillanz des Lichtes im Vergleich zu anderen Leuchtmitteln am größten und eine Dimmung problemlos möglich ist. Der Kronleuchter aus gebürstetem Edelstahl hat einen Durchmesser von 350 cm und verfügt über insgesamt 20 Köpfe - zusammengefasst in zehn Doppelköpfen - die getrennt schaltbar sind.

Akzentuierendes Licht im Randbereich

Im Randbereich des Saales wird durch die Verwendung von Einbaustrahlern die Architektur des Raumes hervorgehoben und gleichzeitig werden Akzente auf die Wände gesetzt. Dabei sind die Leuchten von unseren Prediger Lichtberatern in einem solchen Abstand von der Wand montiert, dass die Lichtbögen - sogenannte Scallops - auf einer ganz bestimmten Höhe an den Wänden erscheinen und ihnen damit eine interessante Struktur verleihen.

Insgesamt sind 32 LED-Einbaustrahler von der Firma LTS im Randbereich verbaut. Sie haben eine Lichtleistung von 26 Watt pro Strahler und eine warmweiße Lichtfarbe von 3000 Kelvin. Die Strahler sind um 350° dreh- und 40° schwenkbar. Der Abstrahlwinkel liegt bei 35° und ist somit relativ weit streuend, um eine gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen und gleichzeitig die breiten Lichtbögen an den Wänden zu erzeugen.

Akzentuierendes Licht im inneren Voutenbereich und Voutenbeleuchtung

Innerhalb der Voute sind ebenfalls vier LED-Einbaustrahler der Firma LTS verbaut. Diese haben jedoch einen engen Abstrahlwinkel von nur 15°, um Lichtakzente auf den Boden zu bringen. Auf diese Weise wird der Saal optisch in Szene gesetzt. Alle Einbauleuchten sind über ein DALI-System dimmbar. Die Voutenbeleuchtung in der Decke wurde erneuert und mit ebenfalls DALI-dimmbaren Leuchtstoffröhren ausgestattet. Das diffuse Licht der Voutenbeleuchtung kann als Indirektbeleuchtung verwendet werden und erzielt den Effekt, die Deckenkanten des Saales aufzuhellen. Durch insgesamt neun verschiedene Schaltkreise lassen sich ganz unterschiedliche Lichtwirkungen erzielen.

Multifunktionales Lichtkonzept

Insgesamt bietet das Lichtkonzept alle Möglichkeiten, um eine optimale Ausleuchtung zu unterschiedlichen Anlässen und bei verschiedenen Veranstaltungen zu gewährleisten. Die Beleuchtung unterstützt damit die Funktion des Goethesaales, ein multifunktional nutzbarer und gleichzeitig repräsentativer Versammlungsraum zu sein.

Licht ist wie Musik. Aber man braucht gute Instrumente – in diesem Fall Leuchten – um gutes Licht zu erzeugen.

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