Ratgeber

Schutzbereiche für Räume mit Badewanne oder Dusche

Im Badezimmer trifft Feuchtigkeit auf Strom. Eine gefährliche Mischung, die besondere Vorsichtsmaßnahmen erfordert. Weil die Feuchtigkeit den menschlichen Körperwiderstand verringert und in Verbindung mit dem Erdpotential auch durch kleinere Berührungsspannungen gefährliche Ströme durch den Körper fließen können. Leuchten, die im Badezimmer installiert werden, müssen deshalb bestimmte Sicherheitsvorschriften erfüllen. Die Norm DIN VDE 0100-701:2008-10 unterscheidet drei Schutzbereiche. Obwohl in Privathaushalten die Räume mit Badewanne oder Dusche zu den trockenen Räumen gehören, sollte die Elektroinstallation in den Schutzbereichen durch einen qualifizierten Fachmann so ausgeführt sein, dass eine Gefährdung durch elektrische Ströme ausgeschlossen ist.

Bereich 0

Dieser Bereich ist definiert als Inneres der Bade- oder Duschwanne. Bei Duschen ohne Wanne ist es die nasse Bodenfläche bis in eine Höhe von 5 cm über dem Bodenbelag. In diesem Bereich dürfen nur Betriebsmittel, also alle elektrischen Verbraucher, mit einer Schutzart von mindestens IPX7 betrieben werden. Diese müssen festinstalliert sein, eine Zulassung für diesen Bereich vom Hersteller aufweisen und mit einer Betriebsspannung von höchstens 12 Volt Wechselspannung oder 30 Volt Gleichspannung betrieben werden. Der versorgende Trafo muss allerdings außerhalb der Schutzbereiche 0 und 1 liegen.

Bereich 1

Dieser Schutzbereich erstreckt sich senkrecht über und unterhalb des Bereichs 0 vom Fertigfußoden bis auf eine Höhe von mindestens 2,25 m. Gibt es eine Dusche, gilt ein Radius von 120 Zentimetern rund um den Brausekopf in seiner Halterung. Es sind nur elektrische Verbrauchsmittel erlaubt, wenn es sich um Wassererwärmer, Whirlpool- und Abwasserpumpen oder Abluftgeräte handelt. Andere Verbrauchsmittel, Installationsgeräte oder Leuchten dürfen nur dann installiert werden, wenn deren Betriebsspannung nicht mehr als 26 Volt Wechselspannung oder 60 Volt Gleichspannung beträgt. Auch hier gilt eine erhöhte Schutzart von mindestens IPX4 der Verbraucher. Ganz wichtig: Die Stromquellen zur Versorgung dieser Geräte und Leuchten müssen unbedingt außerhalb der Schutzbereiche 0 und 1 liegen.

Bereich 2

Dieser Bereich erstreckt sich auf Flächen mit einer Tiefe von 60 cm vor der Badewanne oder Duschwanne mit einer Höhe über dem Fertigfußboden von 2,25 m. Bei ebenerdigen Duschen mit dem auf 120 cm vergrößerten Bereich 1 entfällt der Bereich 2 (siehe Zeichnung). Im Bereich 2 gelten die Forderungen wie in Schutzbereich 1. Hier können zusätzlich Waschmaschine oder Trockner mit Spritzwasserschutz aufgestellt werden. Die Installation von Leuchten mit der Schutzart IPX4 oder höher ist in diesem Bereich zulässig. Beim Einsatz von Massagedüsen in der Dusche ist eine Schutzart von mindestens IPX5 (Schutz gegen Strahlwasser) erforderlich.

In allen Schutzbereichen ist die Montage von Schaltern und Steckdosen nicht erlaubt. Ummantelte Leitungen dürfen im Badezimmer auf oder unter Putz verlegt werden, Stegleitungen nur unter Putz in einer Tiefe von mindestens sechs Zentimetern.

Sind die Maße der fest angebrachten Abtrennungen kleiner als die Maße der jeweiligen Bereiche, zum Beispiel an der Duschwand in unserer oberen Grafik rechts, bei der der vergrößerte Bereich 1 von 120 cm nicht eingehalten werden kann, muss bei den Abtrennungen das Um- und Übergreifen berücksichtig werden.

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