Michael Anastassiades: „Licht ist für mich ein sehr poetisches Medium“

Sein Name steht nicht nur für schnörkelloses Design, sondern auch stellvertretend für eine ganze Reihe bemerkenswerter Leuchten-Neuheiten: Seit 1994 entwirft der gebürtige Zyprer Michael Anastassiades in seinem Londoner Studio erstklassige Design-Leuchten, Schmuck, Spiegel, Vasen und andere Wohn-Accessoires. Seit 2011 arbeitet Anastassiades auch für die italienische Traditionsmarke Flos und hat mit den Leuchten Copycat, Extra, Captain Flint oder String Light bereits viele Design-Fans für sich begeistern können. Im Interview mit dem Prediger Lichtjournal spricht er unter anderem über seine Arbeit, die Faszination für das Thema Licht und natürlich über seinen Auftraggeber Flos.

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Designer Michael Anastassiades steht für eine klare Formensprache und ein minimalistisches Design. Zuletzt hat der Londoner gleich mehrere Leuchten-Neuheiten für die italienische Traditionsmarke Flos entworfen. Foto: Flos

Herr Anastassiades, Sie haben im April dieses Jahres auf der Möbelmesse in Mailand Ihre neuen Leuchtenentwürfe Extra und Captain Flint vorgestellt. Beide überzeugen einmal mehr mit einem sehr reduzierten Design. Warum glauben Sie, dass weniger mehr ist?

Ganz einfach: Durch das Entfernen von Überflüssigem und die Konzentration auf das, was absolut notwendig ist, entsteht die Möglichkeit ein Produkt zu kreieren, das völlig zeitlos ist.

Wie bei den Leuchten aus der Serie IC Lights setzen Sie auch diesmal wieder auf einfache, geometrische Formen. Warum?

Ich bin von geometrischen Formen geradezu besessen, weil sie die ultimativsten und ursprünglichsten Formen der Gestaltung sind. Sie sind jedem Menschen vertraut und wirklich jeder hat eine Beziehung zu ihnen.

Ein weiteres wiederkehrendes Element in Ihren jüngsten Arbeiten ist das Thema Balance. Warum ist Balance so wichtig für Sie und Ihr Leben?

Es geht darum einen Moment einzufangen. Und zwar genau dann, wenn etwas passiert. Einen Moment der Stille kurz bevor alle möglichen Szenarios eintreten könnten. Balance ist für mich die Möglichkeit die Zeit für einen Moment einzufrieren um kurz innezuhalten und nachzudenken.

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Wenn die Stromzuleitung zum Designmerkmal wird: Die Pendelleuchte String Light stammt aus der Feder von Stardesigner Michael Anastassiades und lässt sich dank des Kabels immer wieder neu in Szene setzen. Foto: Flos

Können Sie uns kurz den Ablauf beschreiben wie Sie neue Leuchten entwerfen? Wie fangen Sie an und wann erreichen Sie den Punkt, an dem Sie mit dem Endergebnis komplett zufrieden sind?

Meistens beginnt der Prozess damit, dass ich mir alle Möglichkeiten vorstelle, wie man mit diesem neuen Objekt leben bzw. es nutzen kann. Danach beginnt der so genannte Prozess der Destillation, den ich zu Beginn des Interviews beschrieben habe. Das heißt, die ursprüngliche Idee wird verfeinert und alles Überflüssige wird nach und nach beseitigt. Was dann am Ende übrig bleibt, ist die pure Essenz meiner Idee. Meistens ist das ein guter Zeitpunkt um den kreativen Prozess zu beenden, obwohl ich ihn manchmal auch noch weiterführe und das Ergebnis immer wieder ändere.

Es gibt nicht wenige Menschen, die beschreiben Ihren Stil als Mix aus industriellem Design, Skulpturen und dekorativer Kunst. Bezogen auf die neuen Flos Leuchten: Wie wichtig war Ihnen der Aspekt Licht bzw. die spätere Lichtwirkung?

Licht ist für mich ein sehr poetisches Medium, das in der Natur in vielen verschiedenen Erscheinungsformen zu finden ist. Ich würde mich wirklich sehr glücklich schätzen, wenn ich mit meinen neuen Designleuchten nur eine einzige Art des Lichts einfangen könnte.

Sie arbeiten nun schon seit über zehn Jahren mit einigen der bekanntesten Architekten der Welt zusammen. Können Sie sich erklären, warum es ein so starkes Abhängigkeitsverhältnis von Architektur und Licht gibt?

Für Licht ist der Raum sehr entscheidend. Wenn ich eine neue Leuchte entwerfe, berücksichtige ich aber nicht nur den physischen Raum, den die Leuchte einnimmt. Es geht natürlich auch um den beleuchteten Bereich rund um die Lichtquelle, um den geworfenen Schatten oder die Reflextionen, genauso wie um die Art und Weise wie alles zu den übrigen Objekten im Raum im Verhältnis steht.

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Die Stehleuchte Captain Flint fügt sich mit ihrer reduzierten Formensprache in nahezu jede Wohnumgebung ein. Besonders praktisch: Ihr konisch geformter Leuchtenkopf lässt sich wunschgerecht schwenken. Foto: Flos

Beeinflusst die Architektur Ihre Arbeit, wenn sie neue Leuchten entwerfen?

Sehr oft entwerfe ich Leuchten und habe dabei bereits einen bestimmten Raum im Kopf. Allerdings bin ich viel mehr davon fasziniert, inwiefern ein Objekt oder eine Leuchte in Bezug auf den menschlichen Maßstab „bedrohlich“ wirkt. Mich interessiert daher, wie ich mit Hilfe eines Objekts eine gewisse Vertrautheit erreichen kann. Oder wie es dieses Objekt schafft, sich in jede erdenkliche Umgebung einzufügen.

Herr Anastassiades, Sie sind einer der bekanntesten Designer, die aktuell für Flos arbeiten. Wie und wann hat diese Kollaboration begonnen?

Unsere Zusammenarbeit begann im September 2011 während einer Taxifahrt in London von der Victoria Station zur Rosebury Avenue. An diesem Tag sollte ich mich eigentlich mit dem Flos-Geschäftsführer Piero Gandini zum Mittagessen treffen. Das fand aber nicht statt, weil Herr Gandini später als geplant in London landete. Daraufhin haben wir uns entschieden, einfach gemeinsam mit dem Taxi zu seinem nächsten Termin zu fahren. Das war das erste Mal, dass wir uns persönlich getroffen haben. An diesem Tag habe ich ihm gleich meine gesammelten Entwürfe für die String Lights Leuchten gezeigt.

Wenn Sie für so eine weltbekannte Marke wie Flos arbeiten und Leuchten designen, spüren Sie dann einen besonders hohen Erwartungsdruck?

Es ist ein sehr angenehmes Arbeitsverhältnis zwischen mir und Flos. Einen gewissen Druck empfinde aber ausschließlich aus einer persönlichen Perspektive. Einfach deshalb, weil ich an mich selbst immer den Anspruch stelle, Produkte von einem einzigartigen Wert abzuliefern.

Herr Anastassiades, vielen Dank für das freundliche Gespräch.

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Perfekte Balance: Die kugelförmigen Leuchtenköpfe der IC Lights Leuchten scheinen am filigranen Metallkorpus zu schweben. Es ist unverkennbar, dass Michael Anastassiades diese Modelle entworfen hat. Foto: Flos

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