Bundeswettbewerb Energieeffiziente Stadtbeleuchtung

Ein großer Teil deutscher Straßenbeleuchtung ist veraltet. Um die Kommunen zu ermutigen, ihre Beleuchtungskonzepte zu überdenken, hat das Bundesumweltministerium einen Wettbewerb für Energieeffiziente Stadtbeleuchtung ausgeschrieben. Die innovativsten Ideen wurden jetzt ausgezeichnet.

Nach Einbruch der Dunkelheit wird das Gesicht einer Stadt zum überwiegenden Teil von künstlicher Straßenbeleuchtung bestimmt. Diese Beleuchtung ist allerdings nicht mehr überall auf dem neuesten Stand. Das Bundesumweltministerium geht davon aus, dass ein Drittel 20 Jahre und älter ist. Jedes Jahr verbrauchen diese veralteten Techniken bis zu vier Milliarden Kilowattstunden Strom; das entspricht ungefähr dem durchschnittlichen Verbrauch von 1,2 Millionen privaten Haushalten und über zwei Millionen Tonnen Kohlendioxid. Städte und Gemeinden scheuen sich aber vor teuren Modernisierungsmaßnahmen. Für viele Verwaltungen bedeutet es bereits einen erheblichen Aufwand, Informationen über verfügbare Techniken zu beschaffen. Aus diesem Grund werden in Deutschland jedes Jahr nur drei Prozent der Straßenbeleuchtung erneuert.

Nachhaltigkeit entlastet die kommunalen Finanzen

Langfristig werden die Kommunen dadurch aber belastet, denn veraltete Anlagen sind anfällig für steigende Energiepreise und verursachen hohe Wartungskosten. Um Möglichkeiten aufzuzeigen, mit denen sie Energie einsparen und Betriebskosten senken können, hat Umweltminister Sigmar Gabriel im vergangenen Jahr den bundesweiten Wettbewerb Energieeffiziente Stadtbeleuchtung gestartet. In einer ersten Phase wurden dabei Anbieter von Beleuchtungstechnik angesprochen. Sie sollten moderne, umweltfreundliche und vor allem verfügbare Techniken für die Stadtbeleuchtung vorstellen und zusammentragen. Diese Zusammenstellung sollte in einer zweiten Wettbewerbsphase Städten und Gemeinden dabei helfen, neue Konzepte für ihre Stadtbeleuchtung zu entwickeln.

Dabei hat sich gezeigt, dass bereits heute zahlreiche Beleuchtungstechniken und -systeme angeboten werden, die alltagstauglich und wirtschaftlich sind wie zum Beispiel Natriumdampf-Hochdruck-, Halogenmetalldampf-, Keramikbrenner- oder auch Leuchtstofflampen. Auch LED-Lösungen für Straßenbeleuchtung treten auf dem Markt inzwischen stärker in Erscheinung. Stromfresser wie die weit verbreiteten Quecksilberhochdruckdampflampen sind nicht mehr auf dem Stand der Technik. Bald werden sie auch nicht mehr auf dem Stand gesetzlicher Verordnungen sein. Die Europäische Union arbeitet daran, die Stromeffizienz in der Stadtbeleuchtung zu verbessern. Diese neue Energiebetriebene-Produkte-Richtlinie (EbP-RL) stellt Mindestanforderungen an Lampen, Vorschaltgeräte und Leuchten, die in der Straßenbeleuchtung verwendet werden. Das Umweltministerium weist deshalb aus gutem Grund darauf hin, dass Kommunen gut beraten sind, rechtzeitig auf eine moderne Stadtbeleuchtung umzurüsten.

Anreiz zur Auseinandersetzung mit neuen Technologien

Der bundesweite Wettbewerb Energieeffiziente Stadtbeleuchtung wurde am 3. Juni abgeschlossen. Aus 183 Bewerbern wurden 18 Städte und Gemeinden ausgewählt und für ihre Beleuchtungskonzepte ausgezeichnet. In den nach Einwohnerzahlen sortierten Kategorien gewannen Düsseldorf, Regensburg, Aalen, Barnstorf und Goldenstedt jeweils die ersten Preise. Neben zweiten und dritten Preisen wurden zusätzlich Vorschläge im Bereich Neubau prämiert. Ein Sonderpreis für Sanierung einer Illumination ging an Karlsruhe für die Licht-Inszenierung des historischen Turms auf dem Turmberg. Für die Realisierung ihrer Ideen stehen den Gewinnern Fördermittel aus dem Innovationsprogramm des Ministeriums zur Verfügung.

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