Amsterdam Light Festival geht in die nächste Runde

Bereits zum siebten Mal findet vom 29. November 2018 bis 20. Januar 2019 das Amsterdam Light Festival statt. Unter dem Motto „The Medium is the Message“ illuminieren rund 30 Künstler aus 16 Ländern 53 Tage lang den historischen Kern der niederländischen Hauptstadt mit ihren Werken.

Amsterdam Light Festival, Lichtkunst, Prediger Lichtjournal

Lichtinstallation „Light a Wish“ von der israelischen OGE Group. Foto: Artist Impression

Dass Amsterdam es in die erste Riege der Lichtkunstfestivals geschafft hat, bewies die Stadt spätestens im vergangenen Jahr, als niemand Geringerer als der chinesische Künstler Ai Weiwei mit seiner Installation „thinline“ Ehrengast war. In diesem Jahr kann das Amsterdam Light Festival zwar nicht mit einem derart großen und internationalen Künstler aufwarten, aber das braucht es auch gar nicht. Denn es funktioniert dank seiner Durchdachtheit auch ganz ohne prominentes Zugpferd.

Wie gut durchgeplant das Festival ist, beweist zum einen das Motto „The Medium is the Message“. Eine Aussage des legendären kanadischen Philosophen und Kommunikationstheoretikers Marshall McLuhan, der damit verdeutlichen wollte, dass die Art und Weise, wie wir eine Botschaft kommunizieren, mindestens ebenso wichtig wie die Botschaft selbst ist. Zum anderen sind es aber die Künstler selbst, die mit ihren Arbeiten in den nächsten Wochen für staunende und verzückt schauende Gesichter sorgen dürften. Denn sie setzen alle das Motto konsequent um. Wenn auch auf höchst unterschiedliche Weise.

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Eine Hommage an van Gogh: „Starry Night“ von Ivana Jeli? und Pavle Petrvi?. Foto: Artist Impression

Zauberhafte Momente beim Amsterdam Light Festival

Eins der bezauberndsten Highlights ist wohl die Lichtinstallation „Light a Wish“ des israelischen Künstlerkollektivs OGE Group, die sich über die Herengracht erstreckt. Kindern sagt man, dass sie sich etwas wünschen sollen, wenn sie die Samen einer Pusteblume in alle Himmelsrichtungen blasen. Genau mit diesem Spruch spielt die Gruppe und lässt überdimensionierte Samenkörner über der Gracht schweben. Zauberhaft!

Nicht minder beeindruckend ist die Arbeit „Starry Night“ von Ivana Jeli? und Pavle Petrvi?. Die beiden serbischen Künstler beziehen sich dabei auf Vincent van Goghs impressionistischen Meilenstein „Sternennacht“, das sie der Gegenwart anpassen. Zugleich schenken sie so den Amsterdamern aber auch endlich einen sternendurchwobenen Nachthimmel zurück. Dank steigender Lichtverschmutzung ist in der niederländischen Hauptstadt nämlich bereits seit Jahren kaum ein echter Stern am Firmament zu sehen. Und so wird dann aus der van-Gogh-Hommage schnell ein illuminiertes Mahnmal für mehr Umweltbewusstsein.

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Ja, wo krabbeln sie denn? „Spider on the Bridge“ der Groupe LAPS. Foto: Artist Impression

Nichts für Arachnophobiker

Wer Angst vor Spinnen hat, sollte vielleicht einen Bogen um „Spider on the Bridge“ der französischen Künstlergruppe LAPS machen, denn bei dieser Installation ist der Name Programm: 80 Lichtspinnen, die jeweils zwei Meter groß sind, vereinen sich zu einer gigantischen Riesenspinne, die über einer Brücke prangt. Und weil die Multimediakünstler Meister ihres Fachs sind, sorgen Lichteffekte dafür, dass es so aussieht, als würden sich die Spinnen tatsächlich bewegen und übereinander krabbeln. Eine faszinierende optische Täuschung, die allerdings nichts für spinnenschwache Gemüter ist!

Dank der zahlreichen anderen Kunstwerke, die das Amsterdam Light Festival zu bieten hat, findet man als Arachnophobiker allerdings problemlos Alternativen. Täglich von 17 bis 23 Uhr kann man die Lichtinstallation noch bis zum 20. Januar 2019 in der Amsterdamer Altstadt zu Fuß, auf dem Fahrrad oder während einer Grachtenfahrt erkunden.

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