Spektakuläres Licht-Design im Musical „Aladdin“

So gut wie alle großen Musicalproduktionen glänzen inzwischen mit einer ebenso raffinierten wie ausgefeilten Technik. Doch mit „Aladdin“ hat Disney noch einen draufgesetzt. Vor allem im Bereich Licht. Denn ohne den Einsatz von eben jenem wären viele Bühneneffekte gar nicht möglich.

„Aladdin“, Musical

Licht spielt in „Aladdin“ eine immens große Rolle. Alle Fotos: Stage Entertainment GmbH

Theater ohne Licht geht nicht. Selbst die kleinste Bühne und die unscheinbarste Produktion hat mindestens ein paar Scheinwerfer. Licht lässt die Bühne größer erscheinen, sorgt für Stimmung und setzt wichtige Handlungsmomente in Szene. Je vielfältiger das Licht, desto besser die Atmosphäre auf der Bühne. Die großen Musical-Produktionen haben diesen Fakt seit Jahren schon perfektioniert.

Doch das Disney-Musical ist in Sachen Lichttechnik die Krönung. Das zeigen schon allein die beeindruckenden Zahlen. Während jeder Aufführung sorgen 121 Moving Lights, 195 Profilscheinwerfer, 200 Farbwechsler und drei Verfolger dafür, dass Darsteller und Handlung bestmöglichst in Szene gesetzt werden. Das erkennt man sogar schon bei der Ouvertüre von „Aladdin“. Während aus dem Orchestergraben die ersten beschwingten Töne erklingen, ist der Vorhang auf der Bühne noch geschlossen. Das ist aber alles andere als langweilig. Denn in den ersten drei Minuten der Show, zeigen die Farbwechsler, was sie alles können. Bunt changieren die unterschiedlichsten Lichtstimmungen über den Vorhang und lassen ihn fast schon lebendig wirken.

„Aladdin“ Musical

Nicht nur lichttechnisch sehr aufwendig: „Aladdin“.

Pompöses Licht im Musical „Aladdin“

So geht es die komplette Aufführung munter weiter. Damit toppt die Geschichte aus 1001 Nacht alle anderen Produktionen, wie der technische Leiter Andreas Nostitz bestätigt: „Von allen Disney-Musicals hat ‚Aladdin‘ das aufwendigste Licht-Design.“ Eine Übertreibung ist das nicht. Das Licht in „Aladdin“ ist mindestens ebenso pompös, wie die knapp 200 Kostüme, die momentan Abend für Abend in der Neuen Flora in Hamburg zum Einsatz kommen. Dort ist das Disney-Musical noch bis Februar 2019 zu sehen, bevor Aladdin und seine Prinzessin Jasim zusammen mit dem fliegenden Teppich nach Stuttgart umziehen.

Der fliegende Teppich ist übrigens ein gutes Stichwort. Zum einen, weil er der heimliche Star des Musicals ist. Wie fliegt er? Und mit welcher Technik? Wie der Teppich funktioniert, ist ein streng gehütetes Disney-Geheimnis, das bis dato noch niemand gelüftet hat. Zum anderen wird der Teppich, wann immer er auf der Bühne zum Einsatz kommt, von besonders raffiniertem Licht begleitet. Damit das Geheimnis auch weiterhin ein Geheimnis bleibt.

„Aladdin“ Musical

Im Hintergrund kann man den LED-Sternenhimmel erahnen.

Ein funkelnder Sternenhimmel für den fliegenden Teppich

Am markantesten ist wohl die Teppich-Szene unter dem nächtlichen Sternenhimmel: während Aladdin und Jasmin in der Luft schweben und auf dem Teppich ihr Liebesduett singen, sorgen über 1.000 LEDs im Boden, am Portal und in den Kulissenteilen für funkelnde Romantik. Da können selbst die unzähligen Swarovski-Kristalle, die man an den Kostümen und sogar in den Augenwinkeln der Darsteller findet, nicht mithalten. Sie strahlen in dem vielfältigen Bühnenlicht zwar besonders schön, verblassen aber angesichts des schimmernden Sternenhimmelglanzes.

Das Licht-Design in „Aladdin“ katapultiert die Zuschauer von jetzt auf gleich aus der Realität hinaus in eine komplette andere Welt. Man muss sich der märchenhaften Geschichte nicht erst groß annähern, sondern taucht direkt und dann auch noch ganz tief darin ein. Ohne die ausgeklügelte und bombastische Lichttechnik wäre das nicht möglich. „Aladdin“ ist damit das beste Beispiel dafür, dass Licht am Theater eine entscheidende Rolle spielen kann

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