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Catellani & Smith - der Schmied und sein Pferd

Wer steckt hinter Catellani & Smith? Selbst unter Insidern der Leuchtenbranche herrscht eine gewisse Unsicherheit, wer Enzo Catellani nun wirklich ist.

Aus einer humoristischen Laune heraus enstand die selbstinszenierte Geschichte über Carlo Catellani und dem britischen Architekten Logan Smith, die sich 1985 trafen und euphorisch dekorative Leuchten entwerfen und produzieren wollten. Die Verwirrung wird noch größer, bekommt man zu hören, dass Smith doch sein Rennpferd sei.

Die Mühle in Bergamo  

Wir wollen den Charme dieser Geschichten nicht entkräften und das selbst geschaffene Vexierspiel nicht zerschlagen. Klar ist, einige Kilometer vom Zentrum Bergamos entfernt lebt und arbeitet der italienische Designer Enzo Catellani. Dort befinden sich auch die Produktionsstätten in einer alten Mühle und ihr großzügiger Showroom. Nach dem überraschenden Erfolg seiner Leuchtenentwürfe auf der Herbstmesse in Frankfurt 1989 gründete er die Firma Catellani & Smith und mußte innerhalb kürzester Zeit eine Kleinserie von 1.500 Stück produzieren. Eine echte Herausforderung für einen, der sich mit der handwerklichen Fertigung identifiziert, auf Kleinserien setzt und seine Entwürfe nicht in industriellen Großserien umsetzen möchte.

Fil de Fer – von Hand gebogen

Jede Leuchte ist Teil einer Serie, bleibt aber selbst Unikat und hat immer ihre eigene Entstehungsgeschichte. Enzo Catellanis Leuchten sind ausdrucksstarke Objekte, mit eigenem poetischen Sinn. Sie erzeugen ein athmosphärische Licht. Die Leuchte Fil de Fer wird von Hand aus einem Draht gebogen. Durchmesser und Aussehen der Kugelleuchte können dadurch individuell variieren. Inmitten des runden Drahtobjekts ist das Leuchtmittel befestigt. Tagsüber verhält sich die Leuchte optisch unauffällig, wohingegen sie nachts ihren ganzen Charme eines Sternenhimmels ausspielt. Die Gestaltungsmöglichkeit mit Draht entdeckte der Designer bei der Suche eines Leuchtenentwurfs für das römische Museo di Cartografia di Stato. Catellani selber beschreibt die Leuchte als ein vom Wind getriebener Strauß in einer Wüste.

Über seine Ausbildung schweigt Enzo Catellani. Er ist weder ausgebildeter Designer noch Architekt, wie es bei einer solchen Karriere in Italien üblich wäre. Mit seinem Bruder zusammen besaß er ein kleines Leuchtengeschäft und stand schon früh in Kontakt mit den großen italienischen Herstellern wie Artemide oder Flos. Er hielt dabei stets Kontakt zu bekannten Leuchtendesigner. Unserer Überschirft des Artikels haftet also genau das Märchenhafte an, was seine Leuchtobjekte mit ihrer persönlichen, poetischen Gestaltung verkörpern.

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