Highlights der Stockholm Furniture & Light Fair 2019

Wer sich für skandinavisches Design interessiert, der kommt an der jährlich stattfindende Stockholm Furniture & Light Fair nicht vorbei. Vom 5. bis zum 9. Februar 2019 fand das große nordische Design-Event wieder in der schwedischen Hauptstadt statt.

Stockholm Furniture & Light Fair, Prediger Lichtberater

Die Secto 4200 feierte auf der Messe ihr 20-jähriges Jubiläum. Foto: Secto Design

Mit über 700 Ausstellern ist die Stockholm Furniture & Light Fair die größte und wichtigste Design-Messe im skandinavischen Raum. Vor allem, weil 80 Prozent der Hersteller tatsächlich auch aus den nordischen Ländern kommen. In diesem Jahr entdeckten über 40.000 Besucher an den fünf Messetagen die neusten Produkte und Trends im Bereich Design und Interior. Eines wurde auf den ersten Blick klar: nach wie vor stehen Naturmaterialien im Fokus der Einrichtungsindustrie. Wobei ein Material besonders heraussticht. Holz.

Besonders gut ersichtlich wurde das etwa beim Messeauftritt von Secto Design. Der finnische Leuchtenhersteller, der ausschließlich mit Holz arbeitet, feierte in Stockholm den 20. Geburtstag der von Seppo Koho entworfenen Pendelleuchte Secto 4200, die aus vielen Haushalten sowie Restaurants inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Die konische Holzleuchte ist in den zwei Jahrzehnten zu einem Klassiker avanciert, der heutzutage immer noch so frisch und modern wie damals wirkt. Aber gerade diese Zeitlosigkeit ist es ja, was das skandinavische Design im Verlauf der vergangenen Dekaden derart populär hat werden lassen.

Bekannte und neue Designs auf der Stockholm Furniture & Light Fair

Stockholm Furniture & Light Fair, Prediger Lichtberater

Minimalistisch und doch beeindruckend: der Messeauftritt von Artek. Foto: Gustav Karlsson Frost/Artek

Holz stand dann auch bei einem weiteren Hersteller aus Finnland im Vordergrund. Nämlich bei Artek. Dort wurden vor allem die Stühle Atelier und 611 präsentiert. Der 611 geht auf den Entwurf von Artek-Gründer und Design-Pionier Alvar Aalto aus dem Jahr 1926 zurück. Neben seinem Stuhl konnte man an dem Messestand aber auch noch zwei seiner legendären Leuchten bewundern, die raffiniert in den Aufbau integriert wurden: die Pendelleuchte A110 und die schwarze Version der A330s, die vielen Designliebhabern auch als „Golden Bell“ bekannt ist.

Wobei nicht nur legendäre Entwürfe aus den Anfängen des skandinavischen Designs auf der Stockholm Furniture & Light Fair gezeigt wurden. An den meisten Ständen wurde elegant der Bogen zum zeitgenössischen Design gespannt. Wie etwa beim norwegischen Hersteller Northern. Auch hier standen vor allem Möbel im Vordergrund, wobei aber die neue Tischleuchte Ombre von Antoine Rouzeau ebenso für Furore sorgte. Das Designobjekt aus Stahl gibt sein Licht direkt nach oben ab, wo es dank eines eleganten Schirms reflektiert wird. Das hat den Effekt, dass sich das Licht herrlich diffus im Raum verteilt.

Vergangenheit und Gegenwart miteinander vereint

Stockholm Furniture & Light Fair, Prediger Lichtberater

Die Tischleuchte Ombre sorgte für Furore. Foto: Chris Tonnesen/Northern

Dass man sich als Traditionshersteller auch ausschließlich auf Produktneuheiten bei der Messepräsentation konzentrieren kann, bewies die italienische Firma Luceplan, die zahlreiche Leuchtenikonen wie die Costanza oder die Berenice in ihrem Portfolio hat. Diese legendäre Klassiker waren auf der Stockholm Furniture & Light Fair in diesem Jahr aber nicht zu sehen. Viel lieber konzentrierte man sich darauf, die neusten Designs zu zeigen. Ob nun die neuen Ring- und Stableuchten Compendium oder die Kugelleuchten-Familie Lita – auch Luceplan konnte mit all den raffinierten Designs für beeindruckte Gesichter sorgen. Die homogenen und natürlichen Formen passten perfekt auf die Messe.

Selbiges galt auch für die Produktneuheiten eines weiteren italienischen Traditionsunternehmens: Flos. Besonderes Highlight waren hier ganz eindeutig die Tischleuchten Gaku vom asiatischen Designer Nendo. Denn hier trifft Licht auf Design und auf Multifunktionalismus. Dank diverser Dekorationselemente kann man die Leuchte nämlich als Besitzer selbst mitgestalten – und das mit praktischem Mehrwert, da man die kleine Vase oder den runden Spiegel natürlich auch benutzen kann. Nicht minder beeindruckend sind die natürlichen Kurven und Verschlingungen der Pendelleuchte Overlap von Michael Anastassiades.

Generell ließ sich gut beobachten, wie stark der Trend hin zur Natürlichkeit ist. Ein Prinzip, das sich das skandinavische Design seit seinen Anfängen verschrieben hat. Noch faszinierender aber war, den konsequenten Brückenschlag von altbewährter Tradition zu neuen Formen und Entwürfen zu sehen. Dadurch kann sich das skandinavische Design sehr homogen entwickeln – und verliert nichts von seiner Faszination. An den fünf Messetagen war das auf der Stockholm Furniture & Light Fair sehr gut zu erkennen.

12. Februar 2019, Nicole Korzonnek
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