Kronach leuchtet 2018 – Lichtkunst, die verzaubert

Von den Besucherzahlen über den Lichtweg bis zur Illumination des Wahrzeichens Festung Rosenberg: Vom 27. April bis zum 6. Mai wurde beim Lichtfestival Kronach leuchtet noch mehr geboten als in den Jahren zuvor.

Beeindruckende Lichtkunst in Kronach. Foto: Kronach leuchtet/Falk Bätz

Auch 2018 konnte das oberfränkische Lichtkunstfestival Kronach leuchtet auf ganzer Linie überzeugen: Zehn Nächte Wohlfühlen, Entdecken, Staunen in einzigartiger Atmosphäre mit einer gelungenen Mischung aus Lichtkunstwerken und abwechslungsreichem Rahmenprogramm. Das zog dementsprechend viele Gäste an. Mit 140.000 Besuchern kamen 20.000 mehr als im Vorjahr – ein neuer Rekord. Der Andrang war zwischenzeitlich so groß, dass aus Sicherheitsgründen auf Teilen des Lichtweges sogar Wartezeiten entstanden.

Lichtinstallation „Sommerwiese“ von Andrea Lieb. Foto: Kronach leuchtet/Frank Wunderatsch

Symposium über die Zukunft nächtlicher Städte

Mit der Festung Rosenberg, dem Wahrzeichen der Stadt, wurde der größte Gebäudekomplex Kronachs illuminiert. Das Team von Kronach leuchtet setzte so in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg ein weithin sichtbares Zeichen der Lichtkompetenz. Um die ging es auch in den internationalen Workshops. Über 70 Studierende aus aller Welt konnten ihr theoretisch Wissen in der Praxis erproben und die Ergebnisse einem interessierten Publikum vorstellen. Das internationale Symposium Stadtbeleuchtung 4.0 mit renommierten Rednern aus Wissenschaft und Praxis beleuchtete die Zukunft von nächtlichen Städte. Es regte an, aus der dreizehnjährigen Erfahrung des Lichtfestivals Bleibendes zu schaffen.

Das Leucht-Labyrinth begeisterte Groß und Klein. Foto: Kronach leuchtet/Frank Wunderatsch

Lichtkunst über Lichtkunst

Fernab der Theorie hatte Kronach leuchtet aber auch in diesem Jahr viele beeindruckende Kunstwerke der Superlative zu bieten. In der Stadtpfarrkirche verarbeitete etwa Frank Wunderatsch für seinen Sternenhimmel 20.000 kleine Lichter. So viele wie noch bei keiner Einzelinstallation zuvor. Das von der Firma Max Frank gebaute Leucht-Labyrinth war mit 15 x 20 Metern der bisher größte selbstleuchtende Lichtpunkt.

Und mit Ben Pattersons Sonic-Graffiti „When Elephants Fight, It Is the Frogs That Suffer“ konnte das erste Kunstwerk präsentiert werden, das vorher auf einer Documenta ausgestellt wurde. Ebenso war die Beteiligung der Einheimischen so hoch wie noch nie, was sich nicht zuletzt an den vielen Mitmachprojekten der Schulen zeigte. Wobei aber auch das Interesse an dem Publikumspreis wohltuend hoch war. Dieser ging in diesem Jahr an die Lichtinstallation „Black Drops and the Organized Chaos“ von Elke Harras, die Hunderte von Lichtpunkten in der Alten Markthalle schweben ließ.

Lichtinstallation „Black Drops and the Organized Chaos“ von Elke Harras. Foto: Kronach leuchtet/Frank Wunderatsch

Kronach leuchtet und das Ehrenamt

Möglich wird das kostenlose zehntägige Event Kronach leuchtet übrigens nicht nur dank diverser Spenden und Sponsoren, sondern auch durch mehr als 5.000 ehrenamtlich geleistete Stunden. Von Jahr zu Jahr kommen neue Helfer dazu die aufbauen, absichern, durch den Lichtweg führen, die Studenten betreuen, für Verpflegung sorgen oder Aufsicht halten. Der Lohn für das Ehrenamt ist das Dabeisein bei einer von Bürgern für Bürger auf die Beine gestellten Veranstaltung.

Auch die Festung Rosennberg wurde in Licht getaucht. Foto: Kronach leuchtet/Karl-Heinz Wagner

14. Mai 2018, Nicole Korzonnek
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