Stehleuchten: Flexible Lichtkünstler mit geringem Platzbedarf

Ob im Wohnzimmer, Schlafzimmer, Flur, Kinderzimmer oder im Büro: Die Stehleuchte ist auch im LED-Zeitalter aus kaum einem Raum wegzudenken. Denn einerseits ist sie ein flexibles Lichtwerkzeug, das sich ohne Probleme neu arrangieren lässt, andererseits zieht sie als skulpturaler Einrichtungsgegenstand die Blicke auf sich. Der große Pluspunkt einer Stehleuchte liegt auf der Hand: Sie ragt zumeist hoch in den Raum hinein, benötigt aber trotzdem nur wenig Platz. Weder als Bogenleuchte, noch als Deckenfluter oder Leseleuchte. Wir wollen in diesem Ratgeber ergründen, was Stehleuchten so besonders macht, was sie können und wie sie wirken.

Dreibeinleuchten wie die mondäne Superloon von Flos machen sich im Wohnbereich besonders gut. Diese extravagante Stehleuchte lässt sich mit einer einfachen Berührung am hinteren Fuß dimmen. Fotos (3): Prediger

Stehleuchten sind mindestens 70 cm hoch und verfügen – die modernen Akkuleuchten einmal ausgenommen – fast immer über eine klassische Stromzuleitung. Daher braucht es nicht viel mehr als eine Steckdose, um eine Stehleuchte in Betrieb zu nehmen. Der Installationsaufwand hält sich also in Grenzen. Und genau das schätzen die Kunden. Besonders dann, wenn sie ihren Wohnraum neu arrangieren wollen. Je nach Design, Material und eingebauter Lichttechnik können sich Stehleuchten außerdem problemlos an fast alle Räume, die individuellen Bedürfnisse und damit an die unterschiedlichsten Sehaufgaben anpassen.

Stehleuchten als dekorative Raumelemente im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer ist der liebste Rückzugsort des Menschen. Hier kommt es vor allem auf eines an: Gemütlichkeit. Ganz entscheidend ist dafür, welche Möbel eingesetzt werden, wie diese angeordnet sind und wie die Leuchten zum Raum passen. Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zu mehr Behaglichkeit leistet aber natürlich auch das richtige Licht. Weniger ist hier wie immer mehr. Außerdem sollte das Licht möglichst indirekt und komplett entblendet sein. Lässt es sich auch noch dimmen – umso besser. Stehleuchten sind im Wohnzimmer fast immer die richtige Wahl. Entweder in klassischer Form wie bei der Costanza von Luceplan oder in einem eher ungewöhnlichen Design wie bei der Dreibein-Leuchte Superloon von Flos. Hier hat der Kunde einmal mehr die Qual der Wahl. Denn schön ist, was gefällt. In jedem Fall dienen Design-Stehleuchten im Wohnzimmer als dekorative Raumelemente, die neben der Allgemeinbeleuchtung eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Leseleuchten wie die Roxxane Leggera CL sind von ihrer Erscheinung her etwas kleiner, sollten aber über einen beweglichen Leuchtenkopf verfügen, damit das Licht den individuellen Wünschen nach ausgerichtet werden kann.

Stehleuchten als Leselicht neben dem Sofa im Wohnzimmer

Die Stehleuchte genießt aber nicht nur als dekoratives Raumelement einen guten Ruf, sondern macht seit vielen Jahrzehnten auch als Leseleuchte neben dem Sofa und Sessel eine ausgezeichnete Figur. Dafür sollte sie das Licht allerdings am besten direkt abgeben. Ein Plus an Flexibilität bietet sie dann, wenn sich die Stehleuchte wie zum Beispiel bei der Birdy von Northern Lighting in der Höhe verstellen und sich der Leuchtenkopf individuell ausrichten lässt. Von Vorteil ist es daher, wenn der Korpus über einen Flexarm verfügt oder die einzelnen Arme mit Hilfe von Gelenken miteinander verbunden sind. Leseleuchten wie die Roxxane Leggera CL von Nimbus sind in der Regel nicht ganz so hoch wie klassische Standleuchten. Es gibt aber auch kombinierte Lösungen. Also Stehleuchten, die aus zwei Lichtquellen bestehen – einem Deckenfluter für indirektes Licht und einem Spot für direktes Leselicht.

Mit einer Bogenleuchte wie der Arco LED von Flos kann die klassische Pendelleuchte über dem Esstisch ersetzt werden. Bogenleuchten sind zwar in ihrer Erscheinung erhaben, benötigen aber nur wenig Platz. Foto: Flos

Stehleuchten als Ersatz für die Pendelleuchte im Esszimmer

Besonders beeindruckend und erhaben wirken Stehleuchten immer dann, wenn sie als ausladende Bogenleuchten daherkommen. So wie zum Beispiel die Arco von Flos, die weltweit erste Bogenleuchte aus dem Jahre 1962, oder die Tolomeo Mega Terra von Artemide. Dabei haben Bogenleuchten auch einen überaus praktischen Nutzen. Immerhin können sie zum Beispiel die altbewährte Pendelleuchte über dem Ess- oder Wohnzimmertisch ersetzen. Gleichzeitig lässt sich bei vielen Modellen der Leuchtenkopf wunschgemäß ausrichten. Eine Bogenleuchte wie die Curling vom deutschen Hersteller Serien Lighting ist deshalb immer beides: Steh- und Pendelleuchte.

Die Leuchtmittel sind abgeschirmt und das lichtdurchlässige Holzfurnier sorgt für eine behagliche Atmosphäre: Stehleuchten wie die TR7 von Tom Rossau eignen sich sehr gut für den Einsatz im Schlafzimmer. Foto: Tom Rossau

Stehleuchten als Stimmungsmacher im Schlaf- und Esszimmer

Ähnlich wie im Wohnzimmer ist die Stehleuchte auch im Schlafzimmer eher eine zusätzliche Lichtinsel, die als Ergänzung zur Allgemeinbeleuchtung eingesetzt wird, um den Raum zu strukturieren. Sie schafft damit vor allem Stimmungslicht und Wohlfühlatmosphäre, kann als Designobjekt aber ebenfalls die Wohnumgebung optisch aufwerten. Beim Einsatz im Schlafzimmer sollten Stehleuchten das Licht möglichst indirekt an die Umgebung abgeben und dürfen keinesfalls blenden. Stehleuchten wie das Modell TR7 vom dänischen Hersteller Tom Rossau oder das Modell Swirl von Le Klint verdecken die Leuchtmittel komplett und sorgen dadurch für eine äußerst angenehme, ja fast schon mystische Raumatmosphäre.

Stehleuchten als funktionale Lichtwerkzeuge im Arbeitszimmer und Büro

Im Gegensatz zu den eher designorientierten Modellen für den Wohn- und Schlafbereich sind die Stehleuchten für den Arbeitsplatz und das Büro eher schlicht und geradlinig geformt. Dafür ist die neue p.054 Standleuchte von prediger.base ein guter Beleg. Trotz ihres puristischen Äußeren überzeugt sie auf ganzer Linie in puncto Funktionalität. Aber genau darauf kommt es am Schreibtisch ja bekanntlich an. Schließlich sind hier ganz besonders hohe Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit gefragt. Viele Büroleuchten lassen sich praktischerweise dimmen, geben das Licht direkt wie indirekt an die Umgebung ab und verfügen oft auch noch über einen Präsenzmelder. Dadurch schaltet sich die Leuchte ein, sobald jemand am Schreibtisch sitzt, und wieder aus, wenn der Arbeitsplatz verlassen wird. Das spart Energie und schont die Umwelt.

Ein funktionales Lichtwerkzeug für den Einsatz am Schreibtisch: Die prediger.base p.054 Standleuchte hat einen praktischen Präsenzmelder, einen Tageslichtsensor sowie eingebaute LEDs für einen energieeffizienten Betrieb.

7. November 2017, Christian Buchholz
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