Ratgeber: Wo Pendelleuchten Sinn machen – und vor allem warum

Viele Jahrzehnte lang galten Pendelleuchten als das Nonplusultra, um kleine wie große Räume mit Licht zu versorgen. Pendelleuchten sind so etwas wie die moderne Variante der altehrwürdigen Kronleuchter bzw. Lüster, die zunächst vor allem in mondäner Architektur und Altbauten von der Decke hingen. Später wurden sie auch in kleineren Wohnungen montiert. Schließlich gab es oft nur einen Stromauslass in der Mitte des Raumes. Und an den wurde fast immer eine Pendelleuchte angeschlossen, wenn die Deckenhöhe dies zuließ. Auch heute kommt kaum ein Lichtkonzept ohne Pendelleuchten aus. Nur werden sie mittlerweile wesentlich zielführender eingesetzt. Wir versuchen im folgenden Beitrag einmal zusammenzufassen, wo der Einsatz von Pendelleuchten Sinn macht – und warum.

Kleine Pendelleuchten wie die Wan S vom italienischen Markenhersteller Flos eignen sich besonders gut, um in einem Raum mit Licht Akzente zu setzen. Zum Beispiel auf dem Wohnzimmertisch. Foto: Flos

Grundsätzlich gilt: Pendelleuchten sind überaus praktische Lichtquellen, aber immer auch Blickfänger und raumprägende Einrichtungsgegenstände. Schließlich ragen sie meistens weit in den Raum hinein und eignen sich daher vor allem in einer Architektur mit entsprechend hohen Decken. Es gibt Pendelleuchten in allen erdenklichen Größen und Formen. Sie können für zielgerichtetes, direktes Licht, für eine diffuse Grundbeleuchtung oder für angenehm indirektes Licht sorgen. Die Einsatzmöglichkeiten von Pendelleuchten sind also besonders vielfältig.

1. Die Pendelleuchten als angenehmer Lichtspender über dem Esstisch

Das Esszimmer ist nicht nur in Deutschland der Raum, in dem die Pendelleuchte am häufigsten eingesetzt wird. Schließlich sorgt sie dafür, dass der Tisch bzw. das Essen darauf perfekt beleuchtet werden. Das geht übrigens am besten, wenn die Leuchte optimalerweise etwa 60 cm über dem Esstisch hängt. Um Leuchte und Licht den individuellen Anforderungen punktgenau anpassen zu können, empfiehlt sich eine Lichtlösung, die sich mit einem Handgriff in der Höhe verstellen lässt. Darüber hinaus macht eine Pendelleuchte über dem Esstisch nur dann Sinn, wenn sie das Licht direkt nach unten abgibt. Viele Kunden favorisieren aber Leuchten mit direkter-indirekter Lichtverteilung. Also Leuchten, die das Licht zusätzlich auch noch indirekt in Richtung Decke abgeben. Ob nun eine lange oder mehrere kleine Pendelleuchten über dem Esstisch platziert werden, hängt ganz vom persönlichen Geschmack und nicht zuletzt von der Lichtleistung der Leuchte ab.

Der Esstisch ist das Haupteinsatzgebiet von Pendelleuchten. Optimalerweise sollten sie etwa 60 cm über dem Tisch hängen, damit sie auf gar keinen Fall blenden. Hier ist die Suspence P1 von Lightyears zu sehen. Foto: Lightyears

2. Die Pendelleuchten als vielseitige Lichtquelle in der Küche

Eine ähnliche Funktion wie im Esszimmer erfüllen Pendelleuchten auch in der Küche. Denn auch hier steht nicht selten ein Tisch, an dem man isst, arbeitet oder einfach nur ein paar gemütliche Stunden zusammen mit der Familie und Freunden verbringt. Klar, dass all das ohne gute Beleuchtung keinen Spaß macht. Deshalb braucht es hier ebenfalls Pendelleuchten, die ausreichend direktes Licht auf den Tisch bringen, dabei aber auf gar keinen Fall blenden. Welche Form und Größe die Leuchten haben sollten, hängt nicht zuletzt vom Tisch ab, den sie illuminieren sollen. Unsere Lichtexperten empfehlen für runde Tische eher Pendelleuchten in runder Form, für eckige Tische dagegen lieber eine entsprechend länglich geformte Lichtquelle. Wahlweise sind auch mehrere kleine Pendelleuchten möglich. Die könnten zum Beispiel aber auch über dem Küchentresen montiert werden.

Pendelleuchten gibt es in allen erdenklichen Größen, Farben und Designs. Die Petite 4600 Pendelleuchten aus dem Hause Secto Design werden zum Beispiel in Handarbeit aus finnischem Birkenholz gefertigt. Foto: Secto Design

3. Die Pendelleuchten als stilvoller Hingucker über dem Couchtisch

Auch beim Einsatz von Pendelleuchten im Wohnzimmer bzw. über dem Couchtisch gilt: Das Licht darf auf gar keinen Fall blenden. Denn dadurch würde jegliche Wohlfühlatmosphäre im Nu verfliegen. Und das will nun wirklich niemand. Störende Blendungen werden übrigens am besten dadurch vermieden, wenn die Leuchte etwas kürzer abgependelt wird und die Leuchtmittel durch mattierte oder opalisierte Diffusoren abgeschirmt werden. Beim Kauf von Pendelleuchten für das Wohnzimmer legen viele Kunden ein besonderes Augenmerk auf das Design. Schließlich ist sie über dem Wohnzimmertisch nicht nur eine funktionale Lichtquelle, sondern vor allem ein Einrichtungsgegenstand, der oft ein Statement im Raum setzt. Um den Wohlfühlcharakter schlussendlich zu unterstreichen, sollte die Pendelleuchte im Wohnzimmer nach Möglichkeit dimmbar sein. Dann kann sich das Licht wunderbar an die sich verändernden Bedürfnisse anpassen.

Spektakulär, einzigartig und ein echter Hingucker – nicht nur im Wohnzimmer: Die Ameluna Pendelleuchte von Artemide, die in enger Zusammenarbeit mit Mercedes Benz Style entwickelt wurde. Foto: Artemide

4. Die Pendelleuchten als raumprägendes Element im Flur und Treppenhaus

Der Flur eines Hauses bzw. einer Wohnung ist so etwas wie die Visitenkarte der Bewohner. Denn er ist in der Regel der erste Raum, der betreten wird. Umso wichtiger ist hier ein ansprechendes Lichtkonzept, das Freunde und Gäste sofort willkommen heißt. Eines, das beim Betreten sofort Wohlfühlatmosphäre entstehen lässt. Eine stilvolle Design-Pendelleuchte, die von der Decke hängt, kann ganz entscheidend dazu beitragen, dass der oft als kühl und funktional empfundene Flur bzw. Eingangsbereich einen angenehmen Wohncharakter bekommt. Im Treppenhaus sind große Pendelleuchten in außergewöhnlichem Design gern mal Eyecatcher. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass die Treppenstufen ausreichend beleuchtet werden und niemand ins Stolpern gerät.

Pendelleuchten sind stets eine beliebte Wahl, wenn es darum geht, eine Altbauwohnung in gutes Licht zu tauchen. Die verspielte Poppy-Leuchte ist Serien Lightings moderne Interpretation eines Lüsters. Foto: Serien Lighting

5. Die Pendelleuchten als erhabener Solitär im Atrium und Eingangsbereich

Ob nun Altbau aus der Gründerzeit oder modernes Wohnhaus: Ein großzügiger Eingangsbereich bzw. ein Atrium findet sich in vielen Häusern wieder. Die Anforderungen an das Lichtkonzept bzw. die eingesetzten Leuchten sind hier allerdings besonders hoch. Schließlich gilt es, einen meterhohen Raum über mehrere Etagen mit ausreichend Licht zu versorgen. Ein beliebtes Mittel dafür sind opulente Designleuchten mit extrem langen Pendeln. Indem die Leuchten nämlich weit in den Raum hineinragen, lassen sie die Decke als weniger hoch erscheinen. Das trägt entscheidend zum wohnlichen Charakter bei und lässt die oft zitierte Bahnhofsatmosphäre gar nicht erst entstehen. Besonderes Augenmerk sollten die Kunden bei der Auswahl der Leuchte(n) aber auf deren Lichtleistung legen. Schließlich soll das Licht ja auf allen Etagen und noch dazu auf dem Fußboden ankommen. Schon allein aus Gründen der Sicherheit. Je nach Größe der Leuchte und Architektur des Raumes empfiehlt es sich daher manchmal, durchaus mehrere Leuchten einzusetzen, die unterschiedlich lang abgependelt sind.

In Räumen mit hoher Decke kann es durchaus Sinn machen, mehrere Pendelleuchten mit unterschiedlicher Länge zu installieren. Hier beleuchten drei Smithfield S HL von Flos den Eingangsbereich eines Hauses. Foto: Flos

11. Oktober 2017, Christian Buchholz
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