Fünf Jahre ohne Glühlampe: Was sich bei den Leuchtmitteln getan hat

Sie gilt noch immer als eine der größten Erfindungen des 19. Jahrhunderts. Schließlich verrichtete die Glühlampe mehr als 130 Jahre lang und in Millionen von Haushalten als Lichtquelle ausgesprochen gute Dienste. Dementsprechend groß war der Aufschrei in der Bevölkerung, als die Europäische Union (EU) mit der Verordnung 244/2009 zum 1. September 2012 die Produktion von Glühlampen untersagte. Seit gut fünf Jahren ist das von Thomas Edison 1880 zum Patent angemeldete Leuchtmittel nun bereits aus den Regalen verschwunden. Doch was hat sich seitdem verändert? Welche alternativen Lichtquellen haben sich durchgesetzt? Und wurden die Ziele, die sich die Behörden in Brüssel von diesem unbeliebten Schritt versprachen auch tatsächlich erreicht?

Das Aus für die altehrwürdige Glühlampe in Europa kam vor ziemlich genau fünf Jahren. Und zwar mit dem vierten Schritt der EG-Verordnung 244/2009, der bekanntlich am 1. September 2012 umgesetzt wurde. Alle Fotos: Pixabay

Eine Zukunft ohne das warmweiße Glühlampen-Licht konnte und wollte sich vor fünf Jahren kaum jemand vorstellen. Vor allem im Wohnbereich galt die Glühlampe als unersetzbar. Für viele war sie ein liebgewonnener Stimmungsmacher, weil sie für ein besonders angenehmes Licht sorgte. Dass die Glühlampe allerdings über eine schlechte Energieeffizienz verfügte, da sie nur etwa fünf Prozent der Energie in Licht und den Rest in Wärme umwandelte, wurde von den Verbrauchern für ein Plus an Gemütlichkeit anfangs noch wohlwollend in Kauf genommen.

Das Aus für die Glühlampe sorgt bei Verbrauchern für Unverständnis

Bereits seit 2009 verschwanden nach und nach Leuchtmittel aus den Regalen der Fachhändler und Baumärkte. Schließlich musste ja die von der EU verabschiedete Verordnung 244/2009 schrittweise umgesetzt werden. Ab 1. September 2012, also vor etwas mehr als fünf Jahren, trat allerdings die vierte Stufe in Kraft. Damit sollten alle Leuchtmittel vom Markt verschwinden, die mit der Energieeffizienzklasse C oder schlechter gekennzeichnet waren. Das Aus der Glühlampe war also besiegelt – sehr zum Ärger vieler Verbraucher. Vor allem in Deutschland wollte sich kaum jemand mit dem Gedanken anfreunden, auf warmweißes Licht im Wohn- oder Schlafzimmer verzichten zu müssen. Deshalb kam es vielerorts zu Hamsterkäufen. Sehr zur Freude der Leuchtmittelindustrie, die im ersten Halbjahr 2009 – also kurz vor ihrem Verbot – nochmal fast 10 Millionen Glühlampen mehr verkaufte, als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor.

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Kalt und ungemütlich: Energiesparlampen sind kein adäquater Ersatz

Die EU empfahl im Zusammenhang mit der EG-Verordnung 244/2009 seinerzeit den Umstieg auf Kompaktleuchtstofflampen, die im Volksmund auch als Energiesparlampen bekannt sind. Deren Licht wurde allerdings von den meisten Kunden als viel zu kalt und ungemütlich empfunden. Dass Kompaktleuchtstofflampen nach dem Einschalten zudem eine längere Anlaufzeit brauchen und gesundheitsschädliches Quecksilber beinhalten, sorgte auch nicht gerade für mehr Akzeptanz. Halogen-Leuchtmittel galten deshalb als guter und günstiger Glühlampen-Ersatz. Immerhin wandeln sie wenigstens 30 Prozent der Energie in Licht um. Mit der letzten Stufe der EG-Verordnung, die am 1. September 2018 in Kraft tritt, werden aber auch die meisten Halogen-Lampen mit der Energieeffizienzklasse B vom Markt verschwinden. Doch zum Glück gibt es bereits adäquaten Ersatz.

Energiesparende LED-Leuchtmittel haben sich durchgesetzt

Der nächsten Stufe der EG-Verordnung können die Verbraucher mittlerweile ziemlich gelassen entgegenblicken. Schließlich hat sich in den vergangenen Jahren die LED als energiesparendes Leuchtmittel Nummer eins durchgesetzt. Auch bedingt durch das so genannte Glühlampenverbot gab es auf dem Gebiet der LED-Leuchtmittel nämlich einen gewaltigen Entwicklungsschub. Mittlerweile erreichen einige Hersteller mit ihren LED-Lampen schon fast die Qualität des Glühlampen-Lichts. Bei deutlich effizienterer Energiebilanz. Denn mit LEDs lassen sich zwischen 70 und 90 Prozent Strom sparen. Zudem sind sie länger haltbar und wesentlich öfter schaltbar. Dadurch amortisieren sich die etwas höheren Investitionskosten schon nach kurzer Zeit. Was den Kunden an den modernen LED-Leuchtmitteln aber besonders gefällt: Das Licht ist angenehm warmweiß und ruft dadurch positive Erinnerungen an die altbewährte Glühlampe hervor. Erst recht, wenn das LED-Leuchtmittel wie bei den beliebten Filament-Lampen auch noch in Form und Größe an die Glühlampe erinnert.

Die Glühlampe hat als Leuchtmittel seit fünf Jahren ausgedient. Nach anfänglichem Unmut bei den Verbrauchern haben diese die wesentlich energieeffizienteren LED-Leuchtmittel mittlerweile als adäquaten Ersatz akzeptiert.

5. Oktober 2017, Christian Buchholz
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