Mittiger Deckenauslass: Wie trotzdem ein stimmiges Lichtkonzept gelingt

Für Lichtberater und Lichtplaner gibt es keine zwei Meinungen: Ein mittiger Deckenauslass ist für ein stimmiges Lichtkonzept absolut hinderlich, er gilt sogar als Frevel. Denn eine einzige Leuchte genau in der Mitte des Raumes genügt nie, um vier Wände ins richtige Licht zu setzen bzw. auf verschiedene Anforderungen mit dem richtigen Licht reagieren zu können. Deshalb appellieren Lichtberater stets an ihre Kunden, dass diese möglichst frühzeitig – schon während der Bauplanungsphase – auch an das Licht denken sollten, damit die elektrischen Zuleitungen entsprechend verlegt werden können. Doch was tun, wenn es dafür bereits zu spät ist? Wenn die baulichen Gegebenheiten, zum Beispiel in Altbauten, nur diesen einen Stromauslass in der Raummitte vorsehen?

Gute Planung ist alles: Da eine Brennstelle in der Mitte des Raumes nie ausreicht, um ein stimmiges Lichtkonzept zu realisieren, sollte frühzeitig ein Lichtberater zu Hilfe genommen werden. Fotos (2): Prediger

Planung ist alles: Da eine Brennstelle in der Mitte des Raumes nie ausreicht, um ein stimmiges Lichtkonzept zu realisieren, sollte frühzeitig ein Lichtberater zu Hilfe genommen werden. Fotos (2): Prediger

Die gute Nachricht ist: Ein stimmiges Lichtkonzept lässt sich mit lichtplanerischem Know-how, etwas Kreativität und Improvisation trotzdem noch umsetzen. Das haben die Prediger Lichtberater oft genug bewiesen. Und zwar ohne dafür Wände und Decken für die spätere Elektroinstallation nochmal aufzuschlitzen oder aufzustemmen, was nicht nur Arbeit und Kosten, sondern vor allem jede Menge Dreck und Lärm mit sich bringen würde. Insbesondere dann, wenn es sich um eine Betondecke handelt.

Schienensysteme: Einfache Installation – ohne dafür die Decke aufzuschlitzen

Schienenstrahler sind beispielsweise eine elegante, flexible und nicht zuletzt unkomplizierte Möglichkeit, besonders im Wohn- und Esszimmer sowie in der Küche eine zielgerichtete und individuell zugeschnittene Beleuchtungslösung trotz mittigen Deckenauslasses zu verwirklichen. Unschöne Affenschaukeln gehören damit der Vergangenheit an, wenngleich es aktuell auch Designleuchten wie die Aim von Flos gibt, die ihr langes Zuleitungskabel geschickt als Designelement einsetzen. Mittlerweile gibt es aber gute Schienensysteme, die sich optisch besonders dezent zurücknehmen und damit problemlos auch im Wohnbereich eingesetzt werden können.

Wenn sich die Raumaufteilung ändert, ändert sich auch das Lichtkonzept

Damit später ein mehrstufiges und dezentrales Lichtkonzept aus Grund-, Funktions- sowie Akzentbeleuchtung entsteht, sollte der Möblierungsplan aber in jedem Fall vor der Montage des Schienensystems stehen. Denn nur dann kann das Licht später auch zielgenau ausgerichtet werden. Wobei Schienensysteme auch ungeahnte Möglichkeiten bieten, die einzelnen Strahler und Leuchten immer wieder neu auszurichten – zum Beispiel wenn Raumaufteilung oder Möblierung später wieder geändert werden. So ein Schienensystem ist allerdings nicht jedermanns Geschmack. Das liegt vielleicht daran, dass es oftmals mit seinem technischen, kühlen Erscheinungsbild entweder Erinnerungen an den letzten Einkaufsbummel oder – noch schlimmer – einen Arztbesuch hervorruft. Denn bei der Shop-Beleuchtung oder der Beleuchtung von Arztpraxen werden Schienenstrahler aufgrund ihrer großen Funktionalität besonders häufig eingesetzt.

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Abgehängte Decke: Zweite Chance für Downlights und Lichtvouten

Eine Alternative für den privaten Bereich: Bei ausreichender Raumhöhe kann die Decke natürlich auch abgehängt werden, so dass sich dann die Leuchten sowie die dafür benötigten elektrischen Zuleitungen dahinter ganz neu anordnen bzw. verstecken lassen. Eine wandnahe Montage von ausrichtbaren Einbaudownlights oder eine Lichtvoute lassen sich auf diese Weise auch noch im Nachhinein in jedem Raum verwirklichen. Und das ohne dabei die eigentliche Betondecke in Mitleidenschaft zu ziehen. Zudem kann eine abgehängte Decke für einen interessanten dreidimensionalen Effekt im Raum sorgen. Allerdings nur, wenn dadurch nicht die schöne Stuckdecke verschleiert wird, die in vielen Altbauwohnungen für das i-Tüpfelchen im Raum sorgt und dementsprechend auf gar keinen Fall abgehängt werden sollte.

Prediger-Lichtberaterin Beate Grawe verspricht: „Es gibt immer eine Lösung“

„Bei der Lichtgestaltung kommt es natürlich in erster Linie auf die Wünsche des Kunden an“, erklärt Prediger-Lichtberaterin Beate Grawe, die aber eines verspricht: „Es gibt immer eine Lösung, man muss nur manchmal die Lichtstrategie verändern.“ Das heißt, dass Grawe in bestimmten Fällen gänzlich auf Licht aus der Decke verzichtet und stattdessen Wand- und Stehleuchten für eine gleichmäßige Allgemeinbeleuchtung einsetzt. Weitere Lichtakzente lassen sich mit Hilfe von Tischleuchten auf Sideboards, Bogenleuchten über dem Esstisch oder skulpturenhaften Bodenleuchten setzen. Und in Ausnahmefällen – vor allem in kleinen Räumen – genügt manchmal wirklich auch nur eine gute Pendel- oder Deckenleuchte in der Mitte des Raumes, um für ausreichend Licht zu sorgen.

Ein auf die räumlichen Gegebenheiten und die Anforderungen an gutes Licht abgestimmtes Beleuchtungskonzept ist nie mit nur einem mittigen Deckenauslass möglich. Das ist hier unschwer zu erkennen.

Ein auf die räumlichen Gegebenheiten und die Anforderungen an gutes Licht abgestimmtes Beleuchtungskonzept ist nie mit nur einem mittigen Deckenauslass möglich. Das ist hier unschwer zu erkennen.

27. Januar 2016, Christian Buchholz
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