iF Design Award 2015: Das Bewusstsein für Design wächst

Clever, innovativ, praktisch und dann auch noch schön. Insgesamt 1.124 Produkte wurden am 27. Februar in der Münchner BMW-Welt im Rahmen einer glamourösen Preisverleihung mit dem begehrten iF Design Award 2015 ausgezeichnet – weitere Preise gab es für Einreichungen in den Kategorien Packaging, Communication, Interior Architecture und Professional Concept. Unter den Ausgezeichneten waren auch wieder zahlreiche Leuchten-Hersteller. Von Artemide bis Philips, von Delta Light bis Trilux. Seit Anfang März und noch bis 31. Mai ist ein Großteil der prämierten Beiträge in den Elbarkaden der HafenCity Hamburg ausgestellt. Wir haben uns die „iF design exhibition Hamburg“ angesehen und können sagen: Ein Besuch an der Hongkonkstraße 6 lohnt sich definitiv.

Die Expertenjury begutachtete drei Tage lang alle Einreichungen und zeichnete 1.629 der insgesamt 4.783 Beiträge mit dem begehrten iF Design Award aus. Foto: iFInternational Forum Design GmbH

Die Expertenjury begutachtete drei Tage lang alle Einreichungen und zeichnete 1.629 der insgesamt 4.783 Beiträge mit dem begehrten iF Design Award aus. Foto: iF International Forum Design GmbH

Die Zahlen sind beeindruckend. In diesem Jahr wurden 4.783 Beiträge von 2.012 Teilnehmern aus 53 Ländern für den iF Design Award eingereicht, von denen eine 53-köpfige, international besetzte Expertenjury insgesamt 1.629 Einreichungen mit dem renommieren iF-Label auszeichnete. Der iF Gold Award für außergewöhnlich gute Gestaltungsqualität wurde an 75 Einreichungen vergeben. „Die Qualität der Beiträge hat eindeutig zugenommen“, freut sich Annegret Wulf-Pippig, Pressesprecherin der iF International Forum Design GmbH.

Gold-Award für die Pendelleuchte OVISO der RIBAG Licht AG

Für den iF Design Award können grundsätzlich alle Produkte angemeldet werden. Vorausgesetzt, sie gehen im Wettbewerbsjahr in Produktion und werden seriell gefertigt. Der Schwerpunkt liegt demnach auf hochwertigem Industriedesign. „Die Beiträge müssen durchdacht und gut gemacht sein“, erklärt Annegret Wulf-Pippig. So wie die OVISO Pendelleuchte mit Sensor von der RIBAG Licht AG, die in diesem Jahr den Gold-Award in der Kategorie Lighting bekam. „Weniger Design geht kaum: Bei der Pendelleuchte OVISO steht die schlichte, dezente Gestaltung ganz im Dienst allerhöchster Lichtqualität. Das Produkt setzt technische Maßstäbe, überzeugt aber auch mit seiner sauberen, klaren Linie“, heißt es in der offiziellen Jury-Begründung. Erstmals wurde bei einer ganzen Leuchtenfamilie auf die OLED-Technologie gesetzt, so dass die gerade einmal 7 Millimeter starke Leuchte ein homogenes, blendfreies Licht abgibt.

Sisifo und Objective: Zwei Neuheiten von Artemide ausgezeichnet

Einen Gold-Award gab es für Artemide, Delta Light, Philips und Trilux zwar nicht, eine Auszeichnung in Form des iF-Logos und eines Zertifikats aber schon. Und das freut auch Prediger, denn schließlich führen wir diese vier Hersteller auch in unserem Online-Shop. Doch was macht die preisgekrönten Leuchten so besonders? Die von Scott Wilson für Artemide entworfene Tischleuchte Sisifo gewährleistet mit ihrem zentralen Kugelgelenk maximale Bewegungsfreiheit des Lichts bei minimalem Platzbedarf, damit eignet sie sich ideal für den Einsatz auf Tischen. Mit der Leuchtenfamilie Objective (Design: Jean Nouvel) wurde eine neue Leuchtenfamilie von Artemide ausgezeichnet, die an ein Kameraobjektiv bzw. ein Teleskop erinnert. Sie ist gleich mit drei Lichtquellen bestückt – Umgebungslicht kommt vom tubular geformten Glasteil, ein Scheinwerfer im oberen Kopf, der auf die Arbeitsfläche gerichtet werden kann, sowie ein nach oben zeigendes konzentriertes Flutlicht in der zweiten Oberfläche des Kopfes sind in der Leuchte ebenfalls verbaut.

Zwei Neuheiten, zwei Preise für Artemide: Sowohl die Tischleuchte Sisifo (links) als auch die Leuchtenfamilie Objective wurden Ende Februar mit dem renommierten iF Design Award ausgezeichnet. Fotos: Artemide

Zwei Neuheiten, zwei Preise für Artemide: Sowohl die Tischleuchte Sisifo (links) als auch die Leuchtenfamilie Objective wurden Ende Februar mit dem renommierten iF Design Award ausgezeichnet. Fotos: Artemide

Auch Delta Light und Trilux überzeugen die internationale Jury

Nach Belgien, genauer an Delta Light, gingen ebenfalls zwei Auszeichnungen. Einmal für die quadratischen Forty-5 Innenleuchten, die eine dreidimensionale Wirkung haben und ein architektonischer Blickfänger an der Wand sind, und dann noch an die vielseitige Finnline-Innenleuchten, die entweder als Uplight oder Downlight und sogar als Kombination aus beidem eingesetzt werden kann. Im Bereich der technischen Beleuchtung heimste Hersteller Trilux aus Arnsberg Auszeichnungen für zwei Wandleuchten ein: Mit dem Modell Sanesca LED lässt sich ein einheitliches Beleuchtungskonzept für ganz unterschiedliche Bereiche umsetzen, denn es verbindet ein indirekt strahlendes Raumlicht mit einem direkten und blendfreien Leselicht. Mit der Wandleuchte Polaron IQ LED hat Trilux ein Produkt im Angebot, dessen Variantenreichtum unzählige Kombinationen innerhalb der Baureihe ermöglicht. Dadurch lassen sich Licht- und Leuchten-Design perfekt an den Anwendungsbereich anpassen, durch das intelligente Beleuchtungssystem kann sie mühelos montiert werden.

In der Kategorie Lighting gehen gleich sieben Auszeichnungen an Philips

Philips war mit seinen Produkten auch in diesem Jahr wieder gewohnt stark beim iF Design Award vertreten und freute sich über satte 52 Auszeichnungen, sieben davon in der Kategorie Lighting. Neben der Hue Go, einer tragbaren Innenraumleuchte, die mit der dazugehörigen Smartphone-App gesteuert werden kann, dürfen sich ab sofort auch die Büroleuchte Power Balance gen 2, das LED-Flutlichtsystem ArenaVision LED, die Straßenleuchte LumiStreet LED sowie das solare Innenraum-Kontrollsystem Solar Indoor Control System mit dem weltbekannten iF-Logo schmücken. Und auch die energieeffizienten und lichtstarken Philips-Leuchtmittel der Serien SlimStyle LED Lamp 60 W sowie Master LED DiamondSpark bekamen eine Auszeichnung.

Druck

Das ist das offizielle Logo des iF Design Award, mit dem sich seit kurzem 1.629 Beiträge schmücken dürfen.

Die 53-köpfige Jury tagte drei Tage lang in Hamburg

Die international besetzte Jury des iF Design Award kürte die besten Beiträge des Wettbewerbs im Rahmen einer dreitägigen Marathon-Sitzung. Vom 20. bis 22. Januar trafen sich 53 Produktdesigner und Design-Experten aus der ganzen Welt in Hamburg, um die 4.783 eingereichten Beiträge genau unter die Lupe zu nehmen, auf ihre Praktikabilität und natürlich auch auf ihren Nutzen intensiv zu testen. „Für die Jury-Mitglieder ist es immer wieder eine große Ehre dabei zu sein, sie müssen aber sorgfältig und konzentriert arbeiten, schließlich entscheiden sie über Produkte und Menschen“, erklärt Annegret Wulf-Pippig von der iF International Forum Design GmbH aus Hannover. Der Jury-Vorsitzende Fritz Frenkler ergänzt: „Heutzutage ist eine große Internationalität der Jury notwendig, denn nur so kann man den vielfältigen internationalen Parametern der eingereichten Beiträge gerecht werden. Es geht nicht darum, um jeden Preis Vielfalt anzustreben – gute, verständliche Gestaltung im Produkt- wie im Kommunikationsdesign ist das Beste, was man den Usern anbieten kann.“

iF-Preisträger werden in der Hamburger HafenCity ausgestellt

Die Jury hat ihre Arbeit für dieses Jahr erst einmal getan, die Preise wurden überreicht, doch das Thema iF Design Award bleibt weiterhin aktuell. Einerseits, weil den Menschen das iF-Logo regelmäßig begegnet, andererseits weil alle ausgezeichneten Beiträge online auf www.ifdesign.de und vor allem auch in der iF design exhibition Hamburg ausgestellt werden. Die großzügigen Räumlichkeiten von iF in der Hamburger HafenCity bieten Preisträgern nämlich eine attraktive öffentliche Plattform, die von Fachpublikum sowie Designfreunden besucht wird. Innenarchitekt Hans Pflueg hat die Ausstellung geplant und realisiert, in der aktuell und noch bis zum 31. Mai dieses Jahres die Preisträger in den Kategorien Lighting, Telecommunication, Audio/Video, Office und Industry/Skilled trades zu sehen sind.
„Unsere Hauptaufgabe ist es, das Bewusstsein der Menschen für Design zu fördern“, sagt Annegret Wulf-Pippig. Das gelingt recht gut, denn der iF Design Award erfährt von Jahr zu Jahr einen immer stärkeren Zuspruch. Gerade in Deutschland und Europa gibt es diesbezüglich trotzdem noch eine ganze Menge zu tun. In Asien sieht das etwas anders aus. „In Südkorea, Taiwan, Japan und China  kennt uns jeder“, so Wulf-Pippig. Deutschland und Europa holen aber Stück für Stück auf, denn auch hier haben die Unternehmen längst erkannt: Design ist ein Wirtschaftsfaktor. Im Bereich der Leuchten und Lampen und selbstverständlich auch darüber hinaus.

Die iF design exhibition Hamburg befindet sich in der HafenCity, Hongkongstraße 6, und ist von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

13. März 2015, Christian Buchholz
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